Die Toten durch die unnötige Luftverschmutzung sind da scheinbar noch nicht drin - das sind ne ganze Menge.
Aber das grösste Einsparpotenzial ist vielleicht “weniger Tote durch Klimazusammenbruch” , denn Deutschland als technologisch führendes und wirtschaftlich mächtigstes Land der Europäischen Union, der seinerseits der wirtschaftlich mächtigste Block demokratischer Staaten ist, hat viel mehr Einfluss und Macht als viele glauben.
Das seien zwar nur 3 Prozent aller Unfalltoten [im Straßenverkehr]
Ehrlich gesagt ist das noch weniger, als ich erwartet hatte. Die gefährlichsten Straßen sind halt bei weitem nicht Autobahnen, sondern Landstraßen.
Und, dass mit Studien aus Amerika verglichen wurden ist, finde ich ironisch. Immerhin ist der Straßenverkehr dort wesentlich, wesentlich gefährlicher als hier. Und die haben überall Tempolimit.
Durch Tempolimit werden wir keine Klimarettung schaffen, das schaffen wir nur, wenn wir möglichst von der Straße runterkommen und auf effizientere Transportmittel umsteigen. Aber das würde ja wieder was kosten…
Das seien zwar nur 3 Prozent aller Unfalltoten [im Straßenverkehr]
Aber ein deutlich höherer Anteil der Luftverschmutzungstoten, denn hohe Geschwindigkeit führt zu weit überproportional höheren Verbrauch und Verschmutzung.
Aber versteh ich richtig: Du bist dafür,
- mehr Verkehrstote
- mehr Tote durch Verschmutzung
- mehr Unfälle und hierdurch Staus
- mehr öffentlicher Aufwand für die sicherheitsgerechte Asphaltierung der Landschaft
- und mehr Energiekosten, die ins Ausland abfließen und der Volkswirtschaft hier fehlen
in Kauf zu nehmen für genau was? Das geile Gefühl von Lindner, wenn er sich ne extrs Linie Koks ziehen kann?
Danke für die sachlichen Diskussionspunkte… /s
Ich kann das genauso umdrehen. Du bist gegen die Abschaffung des Straßenverkehrs? Du bist also dafür,
- Tausende Verkehrstote jährlich
- Die größten Emissionen im Verkehrssektor
- Überhaupt Aufwand für die Asphaltierung der Landschaft
- Wesentlich mehr Energiekosten ins Ausland
In Kauf zu nehmen für genau was? [Abwertende, sarkastische Vermutung hier einfügen]
Hier ist das Ding: die Straße ist immer noch ein Verkehrsträger, der selbst nach einer erfolgreichen Verkehrswende (wovon wir übrigens noch sehr weit entfernt sind) existieren wird und existieren soll, nur längst nicht in dem Maße. Und die Straße ist halt nun Mal gefährlich. Verkehr ist gefährlich. Selbst bei der Bahn, in Deutschland das sicherste Verkehrsmittel schlechthin muss man Abwägungen machen.
Sprich, man muss es ins Verhältnis setzen. Das schnelle Fahren hier in Deutschland hat durchaus seine Vorteile - und das sage ich als Autogegner, der selber auch kein eigenes Auto besitzt. Zum einen kommt man je nach Strecke schneller an - und nein, das ist nicht nur ein Placebo, ich habe selber schonmal verglichen.
Dann ist die Frage der Legitimation unter der Bevölkerung. Eins, was in Deutschland unheimlich gut funktioniert, ist die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen. Wenn hier 50 sind, wird auch wirklich 50 gefahren (abgesehen von ein paar Idioten, aber die hat man leider überall, sowie besondere Konstellationen - aber auch da sind wir beim Thema Legitimation). Im Ausland habe ich das durchaus sehr anders erlebt - da wird standardmäßig bis zu 20 km/h über die Geschwindigkeit gefahren. Fährst du Maximalgeschwindigkeit, bist du eine Verkehrsbehinderung. Das ist für mich anstrengend. Ich bin danach jedes Mal froh, wenn ich wieder in Deutschland bin und - oh, man kann sich auch an die Maximalgeschwindigkeit halten. Wie meckern halt in Deutschland auf sehr hohem Niveau, was das angeht. Und das hängt aus meiner Sicht sehr stark damit zusammen, dass wenn es in Deutschland eine Geschwindigkeitsbegrenzung ist, gibt es wirklich einen Grund dafür, was nicht “wir haben da überall Mal 'ne Pauschale angesetzt” heißt. Das gibt dem Ganzen nochmal eine ganz andere Legitimation, und, dass es nur in bestimmten, begründeten Konstellationen auf der Autobahn Geschwindigkeitseinschränkungen gibt, trägt dazu bei, dass diese auch von der Allgemeinheit als legitim(er) wahrgenommen werden.
Es ist halt genau der Punkt, dass diese vielen Verkehrstoten gar nicht nötig sind - deshalb gibt es ja die EU Vision Zero.
Und dass in den Strassen von Kopenhagen ein Zehntel so viel Radfahrer pro Kilometer sterben als in deutschen Städten. Und offensichtlich mussten die Kopenhagener nicht dafür ihren Wohlstand aufgeben oder eine funktionierende Wirtschaft.
Du benutzt hier eine “falsche Dichtomie” , wie sie in Desinformation durch Lobbygruppen auch ständig benutzt wird.
Wenn du das als falsche Dichotomie siehst, dann hast du mein Text nicht richtig gelesen. Ich habe nie gesagt, das eine oder das andere. Aber die Argumente von anderen falsch darstellen, das ist auch ein beliebtes Mittel für Desinformation, wenn wir schon gleich so einen Ton nutzen…
Ganz davon abgesehen, dass Tempolimit auf der Autobahn mit dem Tod von Radfahren rein gar nichts zu tun hat, die sind dort eh verboten. Oder arbeitest du etwa mit falschen Dichotomien und wirfst es einfach anderen vor, damit es nicht so auffällt?
Was interessiert die Regierung denn schon’n paar tote…
Ist glücklicherweise egal da die CDU eh faktenfrei im luftleeren, ideologischen Raum regiert.
Nun ja, die Autoindustrie unterliegt gerade einer deutlichen Fallbeschleunigung.
Nicht schnell genug
Ich fahre berufsbedingt viel Autobahn und stelle in den letzten Monaten fest, dass viel langsamer und gesitteter gefahren wird. Einerseits liegt das sicherlich an den Spritpreisen, aber besonders auch E-Autos rasen eher selten (weil sie dann logischerweise zu viel verbrauchen würden).
Die Folge für mich ist spürbar: weniger Stress, weniger böse Überraschungen, weniger Anspannung. Warum man das nicht gesetzlich will, damit die 5% restlichen Idioten sich auch dran halten, ist mir unbegreiflich.
aber besonders auch E-Autos rasen eher selten (weil sie dann logischerweise zu viel verbrauchen würden).
Naja. Wieso sollte es mich jucken, ob ich 3€ Stromkosten auf 100km habe, oder 5€? Das sind ja Peanuts im Vergleich zu Versicherung und Wertverlust pro Km. Ich fahre mit meinem Ioniq immer 180 (da ist der begrenzt), außer die Strecke ist lang genug, dass ich aufgrund des höheren Verbrauchs unterwegs an den HPC müsste
Ich rase mit meinem nicht, weil ich in den meisten Fällen 250+ Kilometer zurückegen muss. Da merkst du das schon, in Zeit und Geld und mittlerweile mag ich es nicht mehr, gestresst von den ganzen Gefahrensituationen anzukommen, bloß, weil ich glaube, es ist irgendwie notwendig, mit 150+ Sachen unterwegs zu sein.
Wenn dem wirklich so wäre, sollte man das ja an dem Unfallstatistiken sehen können.
Lese ich nicht wirklich aus der Statistik heraus, aber auch nicht wirklich das Gegenteil. Demnach ist das schwer zu sagen, weil die Statistiken von Destatis nicht Autobahnen explizit aufführen.
Aber ich hab was wildes gelesen: 1970 gab es noch 23.000 Verkehrstote jedes Jahr, was ca. 100 mal mehr als heute ist (2.800 in 2025). Der Grund für den Rückgang war ironischerweise die Einführung eines Tempolimits auf Landstraßen.
Witzig, ich fahr ja kein Auto aber ich habe was ähnliches gerade nach den letzten heissen Tagen mit dem Fahrrad in der Münchner Innenstadt erlebt, in der Lindwurmstrasse in der Nähe der Theresienwiese.
Normalerweise ist es da proppenvoll und alle möglichen Leute versuchen sich da noch vorbeizudrängeln, obwohl es so kein Stück schneller geht.
Diesmal sind die Leute einfach mit knapp 15 km/h in einer langen Reihe gefahren, die an Ampeln gestoppt ist und sich ohne Umsortieren wieder in Bewegung setzte. Das war stressfrei und ein richtiges Flow Gefühl, fast wie in einem Fischschwarm zu schwimmen.
Meinst du hiermit nur die Radfahrer, oder war der Autoverkehr bei dir plötzlich auch gesittet?
Mein Auto hat 80 PS, ich mach auf der AB bei 120 den Tempomat rein und lass laufen… so komme ich wesentlich entspannter ans Ziel und spare dabei noch Sprit 🤷🏻♂️
Die Regierung müsste halt einmal technologieoffen an das Thema Richtgeschwindigkeit ran gehen.
Spoiler
Mir ist klar, dass das niemals passieren wird.
Technologieoffen geht nur für Verbrennungsmotoren, duh.
Nö, auch für elektrische Flugtaxis, Wasserstoff, und Magnetschwebebahnen.
Alles was nach Zukunft klingt aber von der Realökonomie schon lange abgeschrieben wurde.
Letztes Wochenende 500km aus dem Urlaub zurück und es war Samstag schon ohne LKW, das hieß schön auf freier rechter Spur mit 100 bis 110 ohne Überholstreß. In Verbindung mit mehr Güterverkehr auf die Schiene gute Sache