Hallo zusammen,

Da es über die Monate immer mal wieder Nachfragen gab: die Liste sind nur Beispiele. Solange es jetzt keine Nachrichten sind und ihr der Meinung seid, es könnte andere Menschen interessieren, dann stellt es uns anderen Nutzern vor, erzählt was euch daran gefällt und warum ihr es mit uns teilt. Blogpost, Sachbuch, egal. Nur Memes und Nachrichten würde ich ausnehmen, da daraus schon der große Rest des Fediverses besteht.

Was habt ihr in der letzten Woche so an tollen Büchern gelesen, Filme geguckt, Spiele gezockt, Musik entdeckt, Museen oder Veranstaltungen besucht, … ?

  • kossa@feddit.org
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    5 days ago

    Ich zocke gerade Shadow of Mordor. Das ist irgendwie das McDonald’s der Computerspiele…man merkt wie unfassbar lieblos von der Stange es ist und Hauptsache man hat mit der Franchise Cash Money Money gemacht, aber es flowt genug, dass man es doch halt irgendwie spielt ¯\_(ツ)_/¯. Es füllt gerade genau die Lücke, dass ich gerne etwas mit ein bisschen Progress spielen kann (also kein Roguelike/-lite), aber nicht so viel Aufmerksamkeit bindet, wie es ernsthafte, gute Spiele dieser Art tun würden. Also, gerade akut eigentlich ganz gut, aber es erklärt auch, warum es so lange in meiner Steam Bibliothek verschimmelte.

  • Waldelfe@feddit.org
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    5 days ago

    Ich lese gerade den vierten Teil der Comicreihe “Nordlicht” von Malin Falch. Die Geschichte ist im Reich der nordischen Mythologie angesiedelt und wunderschön gezeichnet. Das Mädchen Sonja wird von einem geheimnisvollen Wesen in die Parallelwelt Jotundalen mitgenommen. Dort gerät sie in die Fronten eines schon lange gärenden Konfliktes zwischen den Trollen und Waldbewohner, den Wikingern und dem mystischen Bergvolk. Ein richtig schön magisches Märchen und ich liebe die Farben, mit denen Jotundalen gezeichnet ist. Wunderschöne Natur, bunte Trachten und das namensgebenden Polarlicht darf natürlich auch nicht fehlen.

  • lichtmetzger@discuss.tchncs.de
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    6 days ago

    Ich habe die Serie Merlí angefangen - das ist eine Serie in katalanischer Sprache, die auch keinen Dub bekommen hat, man muss sie also mit Untertiteln schauen.

    Merlí ist ein ziemlicher Loser - er hat keinen Job, seine Frau hat ihn schon vor Jahren verlassen und sein Sohn will nichts mit ihm zu tun haben. Zu allem Überfluss fliegt er auch noch aus seiner Wohnung raus, weil er die Miete nicht bezahlen kann. Seine Ex-Frau beschließt, zu ihrer neuen Flamme in Rom zu ziehen, doch der gemeinsame Sohn hat darauf gar keine Lust. Das führt schlussendlich dazu, dass Merlí wieder bei seiner Mutter einziehen und seinen Sohn gleich mitnehmen muss.

    Glücklicherweise bekommt er endlich wieder einen Job als Philosophielehrer an einer Schule und ab dann nimmt die ganze Story so richtig Fahrt auf. Seine Lehrmethoden sind sehr eigenwillig (er verlässt auch gerne mal den Raum um draußen zu unterrichten) und das stößt einigen Kollegen sauer auf. Als echter Gigolo spannt er dem Sportlehrer auch seine neue Flamme aus, die eigentlich viel zu jung ist, was im Verlauf der Serie zu immer größeren Problemen führt. Allerdings ist nicht alles nur Spaß und Unsinn, es gibt auch viele ernste Themen, die junge Schüler betreffen - sein eigener Sohn entdeckt, dass er homosexuell ist und hat Angst vor dem Coming-Out, es gibt einen Schüler mit extremer Sozialphobie der seit Monaten das Haus nicht verlassen hat und vieles mehr. Merlí nimmt sich all dieser Probleme an und hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen seiner Schüler - was an der Schule sonst keinen anderen Lehrer so wirklich interessiert.

    Was mir an der Serie so extrem gut gefällt, sind die Gedankenspiele. Fast jede Folge dreht sich um einen großen Philosophen der Geschichte und dessen Lehren werden auf die Probleme und Sorgen der Schüler angewendet. Es ist eine wahre Freude, so eine intelligente Serie zu schauen und ein Verbrechen an der Menschheit, dass man sie außer auf dem spanischen amazon nirgendwo mehr legal schauen kann. Die Piratenbucht ist euer Freund.

    An der Bücherfront ging es bei mir auch weiter, ich hab einige tolle Bücher gelesen:

    1. Rebecca Thorne - Moss’d in Space

    Das ist ein SciFi-Buch, das sich rund um die Protagonistin Torian dreht - die macht schon seit Jahren sehr zweifelhafte Geschäfte und “arbeitet” eigentlich nur als Schmuggerlin, während ihre Schwester eine erfolgreiche Ärztin ist, die jedoch an einer unheilbaren Krankheit leidet. Denn die Menschen, die in den ärmeren Kolonien auf Raumstationen leben, recyceln ihre Luft immer und immer wieder und einige entwickeln dadurch Lungenprobleme und sterben letztendlich daran.

    Torian’s oberstes Ziel ist es, ihre Schwester zu retten und irgendeine Lösung zu finden - und dafür braucht sie zuerst einmal ein Raumschiff. Die paar lausigen Kröten, die sie sich zusammengekratzt hat, reichen gerade so, um das hinterletzte und heruntergekommenste Raumschiff zu kaufen, was sich im Lager finden lässt - und dieses ist zu allem Überfluss auch noch komplett mit Moos überwachsen - drinnen wie draußen.

    Sie beißt also in den sauren Apfel und kauft diese Schrottkiste - ein Raumschiff ist besser als kein Raumschiff - stellt dann jedoch ziemlich schnell fest, dass das Moos mit dem Bordcomputer verwachsen ist und ein Bewusstsein erlangt hat. Und das Moos ist verdammt schlecht drauf, da der letzte Besitzer des Raumschiffs vor hunderten von Jahren einfach abgehauen ist.

    Ich habe dieses Buch verschlungen, dort steckt so viel drin - eine elitäre Universität, ein Hivemind, uralte außerirdische Zivilisationen, eine Liebesgeschichte mit einer Weltraumpiratin - und das Moos, mit der Angst, wieder alleingelassen zu werden. Das soll Band 1 einer ganzen Reihe werden und ich fiebere jetzt schon gespannt auf das Jahr 2027 hin, wenn es endlich weitergeht.

    2. Hugh Howey - Wool, Shift & Dust

    Ich hatte auf Apple vor ca. einem Jahr die Serie “Silo” angefangen, die auf dieser Buchreihe basiert. Da ich nicht mehr warten konnte und endlich wissen wollte, wie die Geschichte zu Ende geht, hab’ ich die Bücher angefangen.

    Die Reihe spielt in einer nahen Zukunft (beginnend in den 2050ern) - es gab ein Ereignis, wodurch die Erde in eine Postapokalypse gestürzt wurde und unbewohnbar geworden ist. Die verbliebenen Menschen leben und arbeiten in einer Röhre mit 144 Stockwerken und einer riesigen Treppe, mit der man die einzelnen Levels erreichen kann - dem Silo.

    Auf dem obersten Stockwerk gibt es einen riesigen Bildschirm, der die unbewohnbare Außenwelt zeigt. Nur wer die Regeln bricht, oder den Wunsch äußert, darf nach draußen gehen - “to clean” - also um die Kameras zu reinigen, die sich draußen über Jahre hinweg immer weiter mit Dreck zusetzen. Jeder, der bisher rausgegangen ist, ist nicht wieder zurückgekommen.

    Im Silo kommt langsam das Gerücht auf, dass der große Bildschirm gar nicht die tatsächliche Außenwelt zeigt, sondern das Bild manipuliert wurde - von der IT-Abteilung, die zwei Stockwerke mit Serverfarmen betreibt und der nur ausgewählte Mitglieder beitreten dürfen.

    Ich hab bisher die ersten beiden Bücher verschlungen und sehr viel über die Geheimnisse des Silos erfahren, weiß nun was die “IT” eigentlich genau macht und wie die Welt überhaupt erst untergegangen ist - und ich muss sagen, das hat mich echt weggehauen. Besonders das zweite Buch “Shift” beinhaltet einige echt grauenvolle Szenen.

    Die Reihe lohnt sich also echt - auch wenn man fast 1300 Seiten durchkloppen muss, um sie zu schaffen. 😄

  • Augustiner@lemmy.world
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    6 days ago

    Habe meine Ödön von Horvath Lektüre fortgesetzt. Ich habe sie in chronologischer Reihenfolge gelesen und es ist erschreckend, wie klar er den Aufstieg des Faschismus festhält und wie leicht man Parallelen in die aktuelle Zeit ziehen kann. Gleichzeitig ist es aber auch toll zu sehen, wie dieser talentierte Mensch in jedem seiner Werke auf unterschiedliche Arten mit unserer Sprache spielt. Auf jeden Fall hier was ich diese Woche gelesen habe:

    Jugend ohne Gott

    Horváth inszeniert hier meisterhaft die Geschichte eines Mannes, der den Mut zum Widerstand gegen ein faschistisches System entwickelt und die Göttlichkeit der Wahrheit erkennt. Das tut er wie immer mit seinem bemerkenswerten Geschick für Sprache, die hier der Hauptfigur des Lehrers angemessen etwas Träumerisches und fast Verspieltes hat. Auch seine außerordentlich scharfe Beobachtungsgabe für das aktuelle Zeitgeschehen und die Stimmung seiner Mitmenschen machen diesen Roman zu einer faszinierenden Vignette aus dem Leben in einem totalitären faschistischen Staat. Der Mordplot, den Horváth als Handlung für seine Erzählung wählt, ist trotz der Kürze der Erzählung komplex ausgebaut und seine Figuren fühlen sich wie immer real und tiefgründig an. Bemerkenswert ist auch, dass Horváth hier aus der Ich-Perspektive schreibt, was den Leser näher an das Geschehen bringt, gleichzeitig aber auch immer leichte Zweifel zulässt, ob sich das alles wirklich so zugetragen hat, wie beschrieben.

    Ein Kind unserer Zeit

    Jugend ohne Gott und Ein Kind unserer Zeit sind in vielerlei Hinsicht Zwillinge. Beide handeln von Außenseitern, die sich mit dem faschistischen System, in dem sie leben, arrangieren müssen. Doch hier startet Horváth von einer entgegengesetzten Ausgangsposition. Der Soldat und Erzähler hier ist, anders als der Lehrer-Erzähler in Jugend ohne Gott, komplett indoktriniert und Teil des Systems. Er spricht in stakkatohaften Parolen und Propagandasätzen, weigert sich zu denken und spürt für seine Mitmenschen und sogar seinen Vater nur Verachtung und Hass. Bis er selbst die Konsequenzen seiner Ideologie spürt und anfängt, nicht nur Parolen zu schreien, sondern Fragen zu stellen, dauert es ein wenig. Das Ende der Handlung ist nicht die Katharsis, die man sich wünschen würde, und die Lektion, die der Soldat lernt, ist bestenfalls fragwürdig, aber dennoch angemessen für dieses Buch. Als wären der Inhalt und die Botschaft nicht genug, zeigt Horváth hier noch einmal, wie brillant er sein Handwerk beherrscht. Das zeigt sich in der Sprache, die sein Soldat spricht und die immer weicher und fragender wird, der Interpunktion, die sich von Ausrufezeichen zu Fragezeichen verändert, den Motiven, die sich poetisch durch den gesamten Text ziehen, und in dem befriedigenden Bogen, den die Handlung vollziehen darf.

    • kossa@feddit.org
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      5 days ago

      Ich bin ja unfassbarer Remarque Suchti. Hatte gehofft, dass Horvath auch so schreibt. Jugend ohne Gott fand’ ich dann aber lame, irgendwie. Hat mich sprachlich abgeholt, das war schon sehr Remarquesque, aber inhaltlich irgendwie…meh. Fand es anstrengend “on the nose” mit seinen inhaltlichen Metaphorik, wollte dann gefühlt in der Mitte ein Krimi werden, aber die gesamte sich aufbauende Spannung des Krimiteils löste sich dann gefühlt vier Seiten später wieder auf ¯\_(ツ)_/¯. War nicht so meins, hab’ danach wieder einen Remarque gelesen, das war dann wieder richtig geil 😅.

      • Augustiner@lemmy.world
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        5 days ago

        Im Westen nichts Neues ist bisher mein einziges Buch von Remarque. Hast du Empfehlungen was dir sonst noch von ihm gefallen hat?

        Zugegebenermaßen hat mich der Mordplot auch weniger interessiert als der persönliche Wandel des Lehrers und die gesellschaftliche Atmosphäre des Stücks. Soziale Beobachtungsgabe und Umgang mit Sprache sind für mich eher Horvaths Stärken als Handlung. Soviel ich weis war das aber auch für Ihn eher der Fokus. Er wollte das bürgerlich Spießige kritisieren, das er als heuchlerisch und falsch betrachtete und für den Aufstieg des Faschismus mit verantwortlich machte.

        • kossa@feddit.org
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          5 days ago

          Wie gesagt, bin Remarque Ultra, ich finde alle seine Werke richtig gut.

          Um die volle Bandbreite seiner Themen abzudecken, würde ich neben Im Westen nichts Neues hauptsächlich Zeit zu leben und Zeit zu sterben und Liebe deinen Nächsten empfehlen.

          Zeit zu leben ist quasi seine Verarbeitung des Zweiten Weltkriegs. Wem die nachvollziehbare Beschreibung von den Geschehnissen des 1. WK in Im Westen zusagt, der bekommt hier krasse Einblicke in die Realität der zerbombten Städte und der Repression des NS.

          Liebe deinen Nächsten ist crazy stuff, der sich um Staatenlose und Emigranten auf der Flucht in Europa vor den Nazis beschäftigt. Das finde ich sauwichtig, wer das gelesen hat, der ist über die aktuelle Flüchtlingsdebatte nur noch fassungsloser als vorher schon. Das ist quasi destilliertes “Nie wieder ist jetzt”, wenn man da so vor Augen geführt bekommt, wie quasi niemand in Europa den Verfolgten nur irgendwie helfen wollte.

  • Wrufieotnak@feddit.orgOP
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    6 days ago

    Ich habe nach dem Fund von Helium Vols nach weiteren ähnlichen Bands gesucht und bin dabei auf sToa und Estampie getroffen. Beide sind eine gute Mischung aus modernen Instrumenten und mittelalterlicher Musik.