Hallo zusammen,
Da es über die Monate immer mal wieder Nachfragen gab: die Liste sind nur Beispiele. Solange es jetzt keine Nachrichten sind und ihr der Meinung seid, es könnte andere Menschen interessieren, dann stellt es uns anderen Nutzern vor, erzählt was euch daran gefällt und warum ihr es mit uns teilt. Blogpost, Sachbuch, egal. Nur Memes und Nachrichten würde ich ausnehmen, da daraus schon der große Rest des Fediverses besteht.
Was habt ihr in der letzten Woche so an tollen Büchern gelesen, Filme geguckt, Spiele gezockt, Musik entdeckt, Museen oder Veranstaltungen besucht, … ?
Ich habe die Serie Merlí angefangen - das ist eine Serie in katalanischer Sprache, die auch keinen Dub bekommen hat, man muss sie also mit Untertiteln schauen.
Merlí ist ein ziemlicher Loser - er hat keinen Job, seine Frau hat ihn schon vor Jahren verlassen und sein Sohn will nichts mit ihm zu tun haben. Zu allem Überfluss fliegt er auch noch aus seiner Wohnung raus, weil er die Miete nicht bezahlen kann. Seine Ex-Frau beschließt, zu ihrer neuen Flamme in Rom zu ziehen, doch der gemeinsame Sohn hat darauf gar keine Lust. Das führt schlussendlich dazu, dass Merlí wieder bei seiner Mutter einziehen und seinen Sohn gleich mitnehmen muss.
Glücklicherweise bekommt er endlich wieder einen Job als Philosophielehrer an einer Schule und ab dann nimmt die ganze Story so richtig Fahrt auf. Seine Lehrmethoden sind sehr eigenwillig (er verlässt auch gerne mal den Raum um draußen zu unterrichten) und das stößt einigen Kollegen sauer auf. Als echter Gigolo spannt er dem Sportlehrer auch seine neue Flamme aus, die eigentlich viel zu jung ist, was im Verlauf der Serie zu immer größeren Problemen führt. Allerdings ist nicht alles nur Spaß und Unsinn, es gibt auch viele ernste Themen, die junge Schüler betreffen - sein eigener Sohn entdeckt, dass er homosexuell ist und hat Angst vor dem Coming-Out, es gibt einen Schüler mit extremer Sozialphobie der seit Monaten das Haus nicht verlassen hat und vieles mehr. Merlí nimmt sich all dieser Probleme an und hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen seiner Schüler - was an der Schule sonst keinen anderen Lehrer so wirklich interessiert.
Was mir an der Serie so extrem gut gefällt, sind die Gedankenspiele. Fast jede Folge dreht sich um einen großen Philosophen der Geschichte und dessen Lehren werden auf die Probleme und Sorgen der Schüler angewendet. Es ist eine wahre Freude, so eine intelligente Serie zu schauen und ein Verbrechen an der Menschheit, dass man sie außer auf dem spanischen amazon nirgendwo mehr legal schauen kann. Die Piratenbucht ist euer Freund.
An der Bücherfront ging es bei mir auch weiter, ich hab einige tolle Bücher gelesen:
1. Rebecca Thorne - Moss’d in Space
Das ist ein SciFi-Buch, das sich rund um die Protagonistin Torian dreht - die macht schon seit Jahren sehr zweifelhafte Geschäfte und “arbeitet” eigentlich nur als Schmuggerlin, während ihre Schwester eine erfolgreiche Ärztin ist, die jedoch an einer unheilbaren Krankheit leidet. Denn die Menschen, die in den ärmeren Kolonien auf Raumstationen leben, recyceln ihre Luft immer und immer wieder und einige entwickeln dadurch Lungenprobleme und sterben letztendlich daran.
Torian’s oberstes Ziel ist es, ihre Schwester zu retten und irgendeine Lösung zu finden - und dafür braucht sie zuerst einmal ein Raumschiff. Die paar lausigen Kröten, die sie sich zusammengekratzt hat, reichen gerade so, um das hinterletzte und heruntergekommenste Raumschiff zu kaufen, was sich im Lager finden lässt - und dieses ist zu allem Überfluss auch noch komplett mit Moos überwachsen - drinnen wie draußen.
Sie beißt also in den sauren Apfel und kauft diese Schrottkiste - ein Raumschiff ist besser als kein Raumschiff - stellt dann jedoch ziemlich schnell fest, dass das Moos mit dem Bordcomputer verwachsen ist und ein Bewusstsein erlangt hat. Und das Moos ist verdammt schlecht drauf, da der letzte Besitzer des Raumschiffs vor hunderten von Jahren einfach abgehauen ist.
Ich habe dieses Buch verschlungen, dort steckt so viel drin - eine elitäre Universität, ein Hivemind, uralte außerirdische Zivilisationen, eine Liebesgeschichte mit einer Weltraumpiratin - und das Moos, mit der Angst, wieder alleingelassen zu werden. Das soll Band 1 einer ganzen Reihe werden und ich fiebere jetzt schon gespannt auf das Jahr 2027 hin, wenn es endlich weitergeht.
2. Hugh Howey - Wool, Shift & Dust
Ich hatte auf Apple vor ca. einem Jahr die Serie “Silo” angefangen, die auf dieser Buchreihe basiert. Da ich nicht mehr warten konnte und endlich wissen wollte, wie die Geschichte zu Ende geht, hab’ ich die Bücher angefangen.
Die Reihe spielt in einer nahen Zukunft (beginnend in den 2050ern) - es gab ein Ereignis, wodurch die Erde in eine Postapokalypse gestürzt wurde und unbewohnbar geworden ist. Die verbliebenen Menschen leben und arbeiten in einer Röhre mit 144 Stockwerken und einer riesigen Treppe, mit der man die einzelnen Levels erreichen kann - dem Silo.
Auf dem obersten Stockwerk gibt es einen riesigen Bildschirm, der die unbewohnbare Außenwelt zeigt. Nur wer die Regeln bricht, oder den Wunsch äußert, darf nach draußen gehen - “to clean” - also um die Kameras zu reinigen, die sich draußen über Jahre hinweg immer weiter mit Dreck zusetzen. Jeder, der bisher rausgegangen ist, ist nicht wieder zurückgekommen.
Im Silo kommt langsam das Gerücht auf, dass der große Bildschirm gar nicht die tatsächliche Außenwelt zeigt, sondern das Bild manipuliert wurde - von der IT-Abteilung, die zwei Stockwerke mit Serverfarmen betreibt und der nur ausgewählte Mitglieder beitreten dürfen.
Ich hab bisher die ersten beiden Bücher verschlungen und sehr viel über die Geheimnisse des Silos erfahren, weiß nun was die “IT” eigentlich genau macht und wie die Welt überhaupt erst untergegangen ist - und ich muss sagen, das hat mich echt weggehauen. Besonders das zweite Buch “Shift” beinhaltet einige echt grauenvolle Szenen.
Die Reihe lohnt sich also echt - auch wenn man fast 1300 Seiten durchkloppen muss, um sie zu schaffen. 😄
Vielen Dank für die Empfehlungen, die muss ich mal probieren!