Während in den Führungsebenen großer Unternehmen häufig Begeisterung für KI-Anwendungen herrscht, berichten Softwareentwickler häufig von negativen Erfahrungen mit der Technologie. Wie 404 Media berichte, verwenden viele Entwickler KI nicht aus Überzeugung, sondern weil sie dazu gedrängt oder explizit dazu angewiesen werden.

Als besonders zeitintensiv und frustrierend beschreiben Entwickler die Überprüfung von KI-generiertem Code, der häufig fehlerhaft sei, heißt es weiter. Hinzu komme die Befürchtung, dass eigene Fähigkeiten verloren gehen, weil eigenständiges kritisches Denken und Problemlösungskompetenzen durch den Einsatz von KI-Tools verloren gehen könnten.

  • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
    link
    fedilink
    arrow-up
    22
    ·
    edit-2
    6 days ago

    Was halt viele Chefs gerade in deutschen Unternehmen schlicht nicht blicken, isr dass es erheblich zeitaufwendiger - und teurer !- ist, Fehler in Software zu beheben, als gleich Software zu schreiben, die wenig Fehler hat. Die KI hilft dabei nicht.

    Die Chefs sind sich offensichtlich auch nicht bewusst, dass gerade kompetente Entwickler weit über 90% der Zeit mit anderen Dingen verbringen, als Code einzutippen - selbst in gut definierten Greenfield-Projekten wird ein Entwickler meist nicht mehr als 50-100 Zeilen Code pro Tag produzieren - eintippen kann man das in 10 Minuten. Der Rest der Zeit geht dabei drauf, Anforderungen zu klären, Fehler zu beheben, oder in Meetings zu sitzen.

    Von daher kann selbst das beste Tool zur Generierung von Code die “Produktivität” schon rein rechnerisch höchstens 5-10% steigern, und die Behauptung man arbeite mit KI einen Faktor 10 schneller, ist im Wesentlichen nur eins: Bullshit.

      • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
        link
        fedilink
        arrow-up
        7
        ·
        edit-2
        6 days ago

        Wenn nur dieser riesige Energieverbrauch nicht wäre…

        Könnte man nicht so ne Fake KI aufsetzen, die auf http://localhost/ umweltfreundlich Tokens konsumiert und halt zufälligen Wortsalat ausgibt? Und wenn der CTO auf einem externen kommerziellen Anbieter besteht - kann der CCC oder das Zentrum für Politische Schönheit nicht eh ein paar Einnahmen gebrauchen?

  • aaaaaaaaargh@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    10
    ·
    edit-2
    5 days ago

    LLMs stellen einen probabilistichen Vorgang dar, der stets zur Mitte der Normalverteilung strebt. Das ist definitorisch das exakte Gegenteil von out-of-the-box und Kreativität. Das sind aber Kerneigenschaften guter Softwareentwickler.

    Ich sehe auch noch eine Weiterentwicklung dieser Spirale. KI sorgt dafür, dass schlechter Code als salonfähig/produktionsreif betrachtet wird. Das enttäuscht das Management und im Umkehrschluss wird wieder kräftig Stangenware bei Microsoft gekauft.

    In jedem Fall haben wir es hier mit drohendem Kompetenzverlust zu tun, weil das Management (und im übrigen die meisten anderen) nicht begriffen hat, was diese Technologie eigentlich tut.

    • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
      link
      fedilink
      arrow-up
      6
      ·
      edit-2
      6 days ago

      Ich sehe auch noch eine Weiterentwicklung dieser Spirale. KI sorgt dafür, dass schlechter Code als salonfähig/produktionsreif betrachtet wird.

      Dies. Und das ist ein Problem für uns alle. Am Bereich des Journalismus, aber auch an der steten Verschlechterung von Arbeitsbedingungen in der IT, kann man deutlich sehen, wohin das führt.

  • Frid0lin@feddit.org
    link
    fedilink
    Deutsch
    arrow-up
    7
    arrow-down
    1
    ·
    6 days ago

    Meiner Erfahrung nach kann KI die Aufgaben in der Entwicklung gut genug, die normale IDEs schon mitbringen bzw. schon lange können. Boiler Plate Code generieren. In der Zwischenzeit kann man sich einen Kaffee holen. Eine richtige IDE würde mir den Code wahrscheinlich schneller ausspucken. Leider sind Lizenzen für solche Tools recht teuer und die KI ist ja eh schon da. Um sich gewisse Anregungen für mögliche Lösungen zu suchen, finde ich KI aber nicht schlecht. Aber per Agenten auf meinem System operieren zu lassen finde ich äußerst befremdlich.

    • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
      link
      fedilink
      arrow-up
      7
      ·
      edit-2
      6 days ago

      Boiler Plate Code generieren.

      Das mit dem “Boiler Plate Code” kommt immer wieder - aber ich frage mich (nach 40 Jahren programmieren und 30 Jahren professioneller Softwareentwicklung mit Sprachen von Assembler und Forth über C/C++/Java/Go/Lisp/Rust bis hin zu Scala) - was das eigentlich sein soll. Wer ständig repetitiven Code schreiben muss, macht irgendwas falsch, im Zweifel benutzt er zu geringe Abstraktionen oder Programmiersprachen mit zu wenig Abstraktionsvermögen.

      Und wie schon zuvor ausgeführt, IST DAS ERZEUGEN VON CODE NICHT DAS BOTTLENECK im der Softwareentwicklung.

    • rumschlumpel@feddit.org
      link
      fedilink
      arrow-up
      6
      ·
      6 days ago

      Eine richtige IDE würde mir den Code wahrscheinlich schneller ausspucken. Leider sind Lizenzen für solche Tools recht teuer und die KI ist ja eh schon da.

      Glaube selbst das wird sich mittelfristig nicht rechnen, sobald die KI-Anbieter anfangen, sich die tatsächlichen Kosten bezahlen zu lassen, statt nur mit Dumpingpreisen ihre Markmacht auszubauen.

  • rumschlumpel@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    5
    ·
    6 days ago

    Manager lassen sich halt auch echt jeden Scheiß verkaufen, wenn die Verkäufer nur genug Status haben bzw. versprechen.

    Weiß eigentlich jemand eine gute Community für englischsprachige Blogposts aus dem IT-Bereich? Hab da in letzter Zeit ein paar gute aufgetan, die ich eigentlich mal teilen könnte. Einige können sicher in FuckAI, aber das ist in vielen Blogposts in der Richtung gar nicht das Hauptthema, sondern eher die extreme Dysfunktionalität des Managements - vor LLMs war es halt Crypto oder Blockchain.

    • Zacryon@feddit.org
      link
      fedilink
      arrow-up
      2
      ·
      5 days ago

      Manager lassen sich halt auch echt jeden Scheiß verkaufen, wenn die Verkäufer nur genug Status haben bzw. versprechen.

      Wir sollten ihnen mal gleichwertige Gehälter für die Angestellten verkaufen.