Möglich gemacht durch den Wandel vom Jäger&Sammler zum Bauern.

(Ausschnitt aus “Sapiens: Die Falle” von Y. Harari)

  • Latschenkiefer@feddit.org
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    27 days ago

    So etwas wie Krieg gibt es auch in der Natur. Auch Tiere schließen sich zu Rudeln zusammen und bekämpfen einander. Ein natürliches Gleichgewicht zwischen Frieden und Krieg gibt es dadurch dass irgendwann das eine Rudel oder der eine Stamm einfach tot ist.

    • Mercury@lemmy.worldOP
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      27 days ago

      Was ich auf die Schnelle im Internet recherchiert habe ist Deine These nicht haltbar - Krieg im engeren Sinne (organisiert, politisch, symbolisch, mit Waffen und Ideologien) ist ein kulturell-historisches Phänomen des Menschen. Anthropologisch ist zudem umstritten, wie “kriegerisch” frühe Jäger-Sammler-Gesellschaften wirklich waren – einige Forscher argumentieren mit Lawrence Keeley (War Before Civilization), dass Gewalt verbreitet war, während andere (z. B. Douglas Fry) die Prävalenz niedrig einschätzen.

        • Mercury@lemmy.worldOP
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          26 days ago

          Wenn Du die enge Definition nimmst nicht, weil nicht alle Merkmale erfüllt sind (organisiert, politisch, symbolisch, mit Waffen und Ideologien => organisiert und mit Waffen ja, aber die anderen Merkmale fehlen IMHO)

      • Latschenkiefer@feddit.org
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        26 days ago

        Danke, hatte mal was in die Richtung gehört, wieso Krieg nur unter Menschen auftritt. Ist natürlich ne Definitionssache. Ich hätte jetzt jede organisierte Gewalt zwischen zwei Seiten als Krieg bezeichnet, also auch wenn ein paar Affen sich mit Stocken schlagen. Ich würde sogar sagen, dass Tierrudel die um Reviere oder so kämpfen quasi auch Krieg führen.

        (organisiert, politisch, symbolisch, mit Waffen und Ideologien)

        Würde dann da zb ein Krieg um Ressourcen oder so mit reinzählen? Weil das ist ja kein ideologischer Konflikt. Bin da aber auch kein Experte.

        • Mercury@lemmy.worldOP
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          26 days ago

          Bin auch kein Experte sondern hab nur ein wenig dazu gelesen aber ja, würde schon => Der Krieg um die Ressourcen würde ja entsprechend organisiert, mit Waffen und vermutlich vor dem Hintergrund einer Ideologie (z.B. “weil wir wachsen müssen”, “weil das Volk es braucht” usw.) geführt werden.

          • Latschenkiefer@feddit.org
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            25 days ago

            Hätte ein Affenrudel aber nicht auch eine Ideologie, zb das Rudel muss geschützt werden, das Revier verteidigt? Kann mir gut vorstellen, dass die Definitionen auch in Fachkreisen disskutiert werden.

            • Mercury@lemmy.worldOP
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              24 days ago

              Ich glaube das sind eher Bedürfnisse als Ideologie. Ideologie ist mMn eher etwas abstraktes das auch über große Gruppen, die nicht direkt verbunden sind hinweg bestehen kann.

              Bin ganz bei Dir - Definitionen sind immer umstritten 🙂

  • Sibbo@sopuli.xyz
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    27 days ago

    Irgendein Soziologe hat mal gesagt, dass Krieg eine große gesellschaftliche Errungenschaft ist. Also Krieg ist natürlich schrecklich, aber wohl besser als das, was die Menschen in der Vorzeit hatten.

    • 5ibelius9insterberg@feddit.org
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      27 days ago

      Naja, wenn sich extra dafür ausgebildete Leute auf einem Feld treffen um sich für die Interessen ihrer Herren den Schädel einzuschlagen, anstatt sich wegen jeder Familienstreitigkeit gegenseitig zu ermorden, mag man das als Fortschritt verstehen. Ich vermute aber so einen „sauberen Krieg“ hat es nur selten bis gar nicht gegeben.

      • luciferofastora@feddit.org
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        27 days ago

        Eine Armee, die sich zum Schädel-Einschlagen irgendwo mit gegnerischen Schädelschlägern treffen will, braucht Nahrung. Je mehr Nahrung sie mit sich führen will, desto mehr Wägen bräuchte sie, also auch mehr Zugtiere und Wagenfahrer, die ja ihrerseits auch Nahrung brauchen, also noch mehr Wägen…

        Die einzige realistische Option ist also, die Nahrung unterwegs aufzugreifen. Idealerweise würden die Bauern entlang ihrer Route freiwillig von ihren Vorräten abgeben, aber wer eh selten viel Überschuss hat, wird verständlicherweise eher ungern hergeben, was er noch hat.

        Ein ausreichend wohlhabender Feldherr kann vielleicht Geld anbieten, aber was bringt das den Bauern, wenn sie Hunger haben und es rundum wenig übrige Nahrung zu kaufen gibt (weil gerade eine Armee durchgezogen ist)? Also bleibt nur noch eine Möglichkeit, Unwillige von ihrem Besitz zu trennen. Und wenn man schon dabei ist, sich Dinge mit Gewalt zu nehmen, warum bei Nahrung halt machen?

        Sprich: Selbst die “ordentlichste” Kriegsführung brachte nahezu unweigerlich schreckliches Leid für Zivilisten.

        Umso schlimmer ist, dass bei Völkern ohne einen umfassenden Verwaltungsapparat (zum Beispiel bei vielen Adeligen im europäischen Mittelalter) die meisten Feldherren keine großen Armeen professioneller Soldaten unterhalten konnten, weil sie weder Mittel noch Organisation dafür hatten. Stattdessen hatten sie verschiedene Mechanismen, einen Teil des Bauernvolkes ebenfalls zum Kriegsdienst zu rufen (hierzu eine interessante Blog-Serie: Pre-Modern Armies for Worldbuilders). Sprich: das waren nicht mal nur ausgebildete Leute, sondern oft einfaches Volk, das “für Vaterland und König” in den Krieg gezogen ist.

        Geregelte Berufssoldaten gab es z.B. im römischen Kaiserreich, und später in der Moderne, aber ich würde weder die Massaker Roms noch die schiere Zerstörungskraft der Moderne als “sauberen Krieg” betrachten. Ich denke, über die Konflikte und “Kriegsverbrechen” der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit brauche ich hier gar nicht reden. Das logistische Problem der Verpflegung haben wir vielleicht gelöst, aber die übrigen Begleiterscheinungen des Plünderns haben sich auch ohne Not gut gehalten.

        Kurzum:

        Ich vermute aber so einen „sauberen Krieg“ hat es nur selten bis gar nicht gegeben.

        Sehe ich genauso.

    • Mercury@lemmy.worldOP
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      26 days ago

      Das kenne ich so nicht - es gibt schon die Meinung, dass Krieg zu Staaten geführt hat (und umgekehrt) und damit für eine gewisse Stabilität gesorgt hat. Zu sagen damit hätte der Krieg etwas verbessert ist aber IMHO zu weit ausgeholt.

      Als der Mensch noch Jäger und Sammler war konnte er ggfs. anderen Gruppen einfach aus dem Weg gehen oder davon laufen - in dem Moment wo er sesshaft wurde war beides keine Option mehr => das ist eine der Kernthesen von Harari und Anderen.