Die Anzahl der Rettungseinsätze in Köln am vergangenen Hitze-Wochenende war enorm. Allein am Samstag verzeichnete die Feuerwehr insgesamt mehr als 1.100 Einsätze, üblich sind etwa 500.

In vielen Fällen konnten die Retter für die Patienten nichts mehr tun konnten. Nach vorläufigen Zahlen spricht die Polizei im Zeitraum zwischen Freitag und Sonntag von etwa 120 Toten in Köln. Das seien fast viermal so viele wie an einem gewöhnlichen Wochenende.

[…]

Lechleutner nennt ein eindrückliches Beispiel für einen Notfall, zu dem die Einsatzkräfte am Samstag wegen der anhaltenden Hitze gerufen wurden: Ein Patient sei vom Einkaufen gekommen, habe sich hingesetzt und das Bewusstsein verloren. Die herbeigeeilten Rettungskräfte haben an der Person eine Körpertemperatur von 44 Grad Celsius gemessen. Die Reanimation war nicht erfolgreich, der Patient sei gestorben.

  • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
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    13 days ago

    Das … deckt sich mit einem anonymen Post auf Reddit im Subreddit r/luftablassen.

    Zitat:

    Ich bin Intensivmediziner u mache das seit über 13 Jahren. In dieser Zeit habe ich nie Menschen mit einer Körpertemperatur über 41,5 Grad oder so gesehen. Gestern hatte ich Intensivdienst in Duisburg und hatte alleine in meiner Versorgung 7 Patienten mit Temperaturen über 41,5 Grad, einige über 42, einer mit 43 Grad. Alle tief bewusstlos und dem Tod näher als dem Leben. Einige davon sind jetzt bereits tot. Alle Notaufnahmen und Intensivstationen waren dicht. Der Rettungsdienst hatte viel mehr Einsätze und zahlreiche Hitzetote. Ein Notarzt erzählte mir um 5:00 Uhr das sei jetzt sein 23. Einsatz in 24h. Normal sind so 7-12. So etwas wie gestern habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt. Es war etwas ganz Außergewöhnliches.

    anderes Zitat:

    mein stiefvater ist rettungssanitäter und feuerwehrmann. der hat in den letzten tagen auch schon leute mit 43 grad gehabt, leben leider alle nicht mehr. ich verstehe garnicht warum darüber kaum berichtet wird.

    drittes Zitat:

    Ich habe hier mal meinen Kommentar im climate sub von gestern durch den übersetzter geschickt.

    Ich arbeite als Notfallsanitäter in Deutschland und in 10 Jahren habe ich nichts erlebt, was den letzten zwei Tagen bei der Arbeit gleicht. In zehn Jahren kann ich mich nicht erinnern, dass ich jemals einen Patienten wegen Hitze ins Krankenhaus einliefern musste. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Hitzeerschöpfung als Diagnose für eine Krankenhauseinweisung zuvor aufgeschrieben habe. Wir hatten natürlich hitzebedingte Notfalleinsätze, aber nichts Ernstes. Gestern hatten wir bei meiner 12-Stunden-Schicht an einem Tag 4 Patienten (neben allem anderen) mit Hitzeerschöpfung, jeder musste ins Krankenhaus. Mindestens zwei von ihnen hätten den Tag ohne medizinische Behandlung nicht überlebt. Heute hatten wir den ersten toten Patienten, bei dem Hitze die Hauptursache für seinen Tod war. 41,5 Grad Celsius war seine Körpertemperatur, als wir die Reanimation abbrachen. Jeder dieser fünf Patienten war nicht der Sonne oder Außentemperaturen ausgesetzt, sie sterben buchstäblich in ihren Wohnungen. Es gab viele weitere Patienten, bei denen Hitze in diesen Tagen definitiv eine Rolle spielte, die habe ich nicht erwähnt, weil ich in meinem Protokoll etwas anderes eingetragen habe. Gleiche Geschichte von Kollegen. Ich will gar nicht an meine nächste Schicht am Montag denken, wenn die ganzen Türöffnungen beginnen bei Menschen, die sich keine Hilfe holen konnten. Heute Nachmittag musste ein lokales Krankenhaus evakuiert werden und einige Stationen wegen der Hitze schließen. Keine Klimaanlage in Krankenhäusern und generell für medizinische Einrichtungen sollte illegal sein.

      • Teddy Police@feddit.org
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        13 days ago

        Ich hab bis 2023 in der Großstadt gewohnt, es war da total normal dass die Wohnung nach einem heißen Tag noch bis zum nächsten Morgen 30°C hatte. Auch der ganze Beton der da halt rumsteht braucht lange zum abkühlen. Die Umgebung bleibt heiß. Wenn du keinen aktiven Aufwand machst die Hitze wieder rauszubekommen halte ich 40°C indoor auch für plausibel.