Die Anzahl der Rettungseinsätze in Köln am vergangenen Hitze-Wochenende war enorm. Allein am Samstag verzeichnete die Feuerwehr insgesamt mehr als 1.100 Einsätze, üblich sind etwa 500.
In vielen Fällen konnten die Retter für die Patienten nichts mehr tun konnten. Nach vorläufigen Zahlen spricht die Polizei im Zeitraum zwischen Freitag und Sonntag von etwa 120 Toten in Köln. Das seien fast viermal so viele wie an einem gewöhnlichen Wochenende.
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Lechleutner nennt ein eindrückliches Beispiel für einen Notfall, zu dem die Einsatzkräfte am Samstag wegen der anhaltenden Hitze gerufen wurden: Ein Patient sei vom Einkaufen gekommen, habe sich hingesetzt und das Bewusstsein verloren. Die herbeigeeilten Rettungskräfte haben an der Person eine Körpertemperatur von 44 Grad Celsius gemessen. Die Reanimation war nicht erfolgreich, der Patient sei gestorben.
Passend dazu auch der Erfahrungsbericht von Luis Teichmann: https://youtu.be/ygibISG5KK0 . Ich hoffe es ist OK, hier YT zu posten
Er hat ja mit vielem recht aber das er sich darüber beschwert, das die Opfer konservativer Politik keine Klimaanlage haben ist ein bisschen kurz gesprungen.
Zum einen: Viel Spaß zig Millionen Klimageräte an Land zu holen, dann ist es auch eine reine Geldfrage und der Vermieter muss mitspielen. Denn ohne Vermieter nur Mono-Block und der bringt recht wenig, einfach weil konstruktionsbedingt immer wieder brütend heiße Luft von draußen in die Wohnung gezogen wird.
Unser Klimagerät ist übrigens jetzt bei der Hitze ausgefallen. Man muss sich also auch noch eines extra auf Lager legen.
Die Schuld liegt wirklich nicht bei den Opfern sondern bei den völlig skrupellosen konservativen/rechten Politikern und ihrer Anhängerschaft, die alles hintertrieben haben und immer noch hintertreiben.
Soweit ich das verstanden habe, hat er sich ein bisschen über Leute aufgeregt, die in einer kochend heißen Wohnung sitzen und nichtmal einen Ventilator haben und das kann ich auch nicht wirklich verstehen.
Meine Eltern sind allerdings auch so. Jammern immer rum wie unfassbar heiß es ist und wenn ich frage wieso sie keinen Ventilator haben, kommt die Antwort “Ach da krieg ich so schlecht Luft”.
Was willste da noch machen, außer fassungslos zu sein?
Mein Großvater auch: Ja aber wenn ich einen Ventilator hole, dann einen der auch Heizen kann…
Ich bin vorhin über das Video eines Rettungssanitäters gestolpert, der von einem absoluten Ausnahmezustand über das Wochenende gesprochen und den Einsatz mit der Hochphase zur Coronazeit verglichen hat. Für ihn war das bereits ein Katastrophenfall und umso erstaunlicher finde ich, dass man in den Medien doch relativ wenig über die Zustände in unseren Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen lesen kann.
Das muss einfach schrecklich sein, wenn einem die Menschen reihenweise in den eigenen Armen wegsterben und man nichts mehr machen kann. In den Kommentaren hat jemand sogar berichtet, dass Patienten mit Tiefkühlgemüsepackungen runtergekühlt werden mussten, weil ihm die Kühlpacks ausgegangen sind.
Und trotzdem gibt’s immer noch Boomer, die meinen, es wäre früher auch schon heiß gewesen. Die würden den Klimawandel auch noch leugnen, wenn sie selbst mitten im Hitzschlag stecken.
Ich finde es auch grob fahrlässig, dass Städte wie München unter solchen Bedingungen einfach weiter öffentliche Veranstaltungen durchziehen. Hier in Rostock wurde zu Recht alles abgesagt.
Und trotzdem gibt’s immer noch Boomer, die meinen
Können wir diesen dämlichen Altersrassismus bitte auf Reddit lassen? Was soll dieser völlig sinnlose Spaltungsversuch bringen? Willst Du “Boomer”, die sich für Klimaschutz einsetzen und eingesetzt haben, unbedingt auf Krampf weg stoßen? Ich kann es nicht mehr hören.
Guck dir einfach die Ergebnisse an:

Meinst Du AfD wählen macht es besser?
Können wir diesen dämlichen Altersrassismus bitte auf Reddit lassen?
Ich bin selber Ende der 60er Jahre geboren und muss ehrlich sagen, ich fühle mich von dem Begriff gar nicht angesprochen. Für mich repräsentiert das Wort einen bestimmten Komplex von Einstellungen, für die ich nicht so viel Respekt habe. Ich habe selber einen Schwager, der meint dass mit dem Klima sei nicht mehr sein Problem, und der deswegen keinen Grund sieht z.B. am Fleisch essen was zu ändern, das halt das Problem der zukünftigen Generationen. Finde ich nicht toll von jemand der eine naturwissenschliche Ausbildung und selber zwei junge Töchter hat.
Früher nannte man das Ewiggestrige oder Chauvenismus, es richtete sich oft gegen Ältere, aber es war klar dass es um.solche Einstellungen ging.
Am Alter allein kann man das nicht fest machen. An Dingen wie Ökologie interessierte junge Leute waren damals eine Minderheit (5% Grüne waren viel bei Wahlen), wenn auch eine durchaus einflussreiche.
Heute ist der Anteil höher, aber immer noch eine Minderheit, und man muss auch sehen dass die politische Landschaft sehr deutlich nach rechts gedriftet ist, das betrifft auch die Grünen Wähler und auch die jüngeren Leute. Jung zu sein beinhaltet nicht automatisch politische Klugheit.
Die Alterung der Gesellschaft ist ein Problem für sich. Ältere Leute sind weniger risikobereit und weniger konsequent. Die 68er dichteten “In Gefahr und grosser Not, ist der Mittelweg der Tod!”. Heute gibt es Omas gegen rechts und Omas for Future. Auch sie sind eine Minderheit . Aber das ist auch(!) ein Resultat von 30 Jahren Abbruch des Sozialsystems.
Fakt ist, dass die jungen und zukünftigen Generationen extrem unter der Zerstörung des Klimas zu leiden haben werden.
Soviel wir als Einzelne dagegen getan haben mögen, wir Älteren haben kollektiv versagt.
Auf der anderen Seite bringt’s auch nicht, Leute hier zu beschimpfen weil sie nicht ganz die korrekten Worte benutzen. Es ist eine bewährte Strategie der fossilen Industrie, auch online zu trollen und Zwietracht zu säen. Ich seh das immer wieder an Kommentaren zu meinen Posts.
Da brauchen wir nicht drauf rein zu fallen. Wenn man andere kritisiert, sollte das in der Sache sein, nicht die Person angreifen.
Können wir diesen dämlichen Altersrassismus bitte auf Reddit lassen?
Ich glaube das korrekte Wort wäre “Altersdiskriminierung” oder “Ageismus”… nur um mal ein wenig klugzuscheißen. Ansonsten kann ich da nur absolut zustimmen, mittlerweile habe ich echt das Gefühl, dass das herumhacken auf den “Boomern” für die linke Seite des Internetmobs das ist was für die rechte die Migranten sind.
Das … deckt sich mit einem anonymen Post auf Reddit im Subreddit r/luftablassen.
Zitat:
Ich bin Intensivmediziner u mache das seit über 13 Jahren. In dieser Zeit habe ich nie Menschen mit einer Körpertemperatur über 41,5 Grad oder so gesehen. Gestern hatte ich Intensivdienst in Duisburg und hatte alleine in meiner Versorgung 7 Patienten mit Temperaturen über 41,5 Grad, einige über 42, einer mit 43 Grad. Alle tief bewusstlos und dem Tod näher als dem Leben. Einige davon sind jetzt bereits tot. Alle Notaufnahmen und Intensivstationen waren dicht. Der Rettungsdienst hatte viel mehr Einsätze und zahlreiche Hitzetote. Ein Notarzt erzählte mir um 5:00 Uhr das sei jetzt sein 23. Einsatz in 24h. Normal sind so 7-12. So etwas wie gestern habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt. Es war etwas ganz Außergewöhnliches.
anderes Zitat:
mein stiefvater ist rettungssanitäter und feuerwehrmann. der hat in den letzten tagen auch schon leute mit 43 grad gehabt, leben leider alle nicht mehr. ich verstehe garnicht warum darüber kaum berichtet wird.
drittes Zitat:
Ich habe hier mal meinen Kommentar im climate sub von gestern durch den übersetzter geschickt.
Ich arbeite als Notfallsanitäter in Deutschland und in 10 Jahren habe ich nichts erlebt, was den letzten zwei Tagen bei der Arbeit gleicht. In zehn Jahren kann ich mich nicht erinnern, dass ich jemals einen Patienten wegen Hitze ins Krankenhaus einliefern musste. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Hitzeerschöpfung als Diagnose für eine Krankenhauseinweisung zuvor aufgeschrieben habe. Wir hatten natürlich hitzebedingte Notfalleinsätze, aber nichts Ernstes. Gestern hatten wir bei meiner 12-Stunden-Schicht an einem Tag 4 Patienten (neben allem anderen) mit Hitzeerschöpfung, jeder musste ins Krankenhaus. Mindestens zwei von ihnen hätten den Tag ohne medizinische Behandlung nicht überlebt. Heute hatten wir den ersten toten Patienten, bei dem Hitze die Hauptursache für seinen Tod war. 41,5 Grad Celsius war seine Körpertemperatur, als wir die Reanimation abbrachen. Jeder dieser fünf Patienten war nicht der Sonne oder Außentemperaturen ausgesetzt, sie sterben buchstäblich in ihren Wohnungen. Es gab viele weitere Patienten, bei denen Hitze in diesen Tagen definitiv eine Rolle spielte, die habe ich nicht erwähnt, weil ich in meinem Protokoll etwas anderes eingetragen habe. Gleiche Geschichte von Kollegen. Ich will gar nicht an meine nächste Schicht am Montag denken, wenn die ganzen Türöffnungen beginnen bei Menschen, die sich keine Hilfe holen konnten. Heute Nachmittag musste ein lokales Krankenhaus evakuiert werden und einige Stationen wegen der Hitze schließen. Keine Klimaanlage in Krankenhäusern und generell für medizinische Einrichtungen sollte illegal sein.
Dass die Leute in ihren Wohnungen derart überhitzen hatte ich nicht erwartet.
Ich hab bis 2023 in der Großstadt gewohnt, es war da total normal dass die Wohnung nach einem heißen Tag noch bis zum nächsten Morgen 30°C hatte. Auch der ganze Beton der da halt rumsteht braucht lange zum abkühlen. Die Umgebung bleibt heiß. Wenn du keinen aktiven Aufwand machst die Hitze wieder rauszubekommen halte ich 40°C indoor auch für plausibel.