Hallo zusammen,
Da es über die Monate immer mal wieder Nachfragen gab: die Liste sind nur Beispiele. Solange es jetzt keine Nachrichten sind und ihr der Meinung seid, es könnte andere Menschen interessieren, dann stellt es uns anderen Nutzern vor, erzählt was euch daran gefällt und warum ihr es mit uns teilt. Blogpost, Sachbuch, egal. Nur Memes und Nachrichten würde ich ausnehmen, da daraus schon der große Rest des Fediverses besteht.
Was habt ihr in der letzten Woche so an tollen Büchern gelesen, Filme geguckt, Spiele gezockt, Musik entdeckt, Museen oder Veranstaltungen besucht, … ?
Ich hab die Woche mal nichts zu berichten und bin gespannt auf eure Funde.
Ich habe das Buch “Butter Honey Pig Bread” von Francesca Ekwuyasi gelesen, welches mir von einer Brieffreundin aus Nigeria empfohlen wurde. Das Buch basiert auf einer der Mythen der Igbo - es gibt in Afrika ca. 35 Millionen Igbo und sie machen 15% der Gesamtbevölkerung aus.
Die Igbo haben diesen einen Mythos über Kinder, die sie selbst “Ogbanjes” nennen. Ogbanjes werden geboren, stellen im Lauf ihres Lebens fest dass die Welt kein guter Ort ist, sterben (oft selbst ausgelöst) und kommen dann in einem anderen Körper (und einer anderen Seele) zurück - und das ist ein ewiger Kreislauf. Meine Brieffreundin hat es so beschrieben: “Ogbanjes haben zu viel Langeweile, um unserer Welt allzu lange fernzubleiben, sind aber auch zu genervt vom Leben, um lange hier zu bleiben – also pendeln sie zwischen den Welten hin und her.”
Man muss schon ein gutes Maß an Aufgeschlossenheit mitbringen, aber wenn man sich darauf einlässt, ist das eigentlich ein echt cooles und interessantes Konzept.
Das Buch beginnt mit einer Ogbanje, die sich im Kindesalter immer wieder selbst das Leben nimmt. Sie wird nach ihrem Tod auch immer wieder im Körper der gleichen Frau neu geboren - und sorgt auch für mehrere Fehlgeburten. Das ist ein echt grausamer Anfang, weil sie dadurch ihre eigene Mutter über die Jahre zu einer sehr kaltherzigen Frau macht, die nach so vielen Fehlschlägen irgendwann nichts mehr spürt und ihr eigenes Kind gar nicht mehr richtig lieben kann.
Es gibt einen Punkt in ihrem Leben, an dem sie beschließt, die ganze Sache mit dem Menschsein nun endlich einmal durchzuziehen, ganz bis zum Ende. Das Buch verfolgt ab dann also die Protagonistin, wie sie zu seiner Frau heranwächst (mit all den Höhen und Tiefen, die das mit sich bringt, vor allem in Afrika) und selbst Zwillinge bekommt. Diese Zwillinge - zwei Töchter - sind auf einer spirituellen Ebene miteinander verbunden, aufgrund eines einschneidenden Erlebnisses in ihrer Kindheit wird jedoch die ganze Familie zerrüttet und versucht, über viele Jahrzehnte wieder zusammenfinden - mit mehr oder weniger Erfolg.
Das Buch ist echt etwas besonderes - die Autorin schafft einen sorgfältigen Spagat zwischen sehr ernsthaften Themen (wie Diskriminierung und Gewalt gegen LGBTQ-Personen, Vergewaltigung, Tod und Einsamkeit), den Mythen der Igbo, Kochrezepten (ja, wirklich!) und Erotik hinzulegen und sowas hab’ ich noch nicht gelesen. Ich kann es wärmstens empfehlen, auch wenn es mir etwas schwerfällt das alles halbwegs gut zusammenzufassen. 🫠
Ich bin mal gespannt, was ich noch so für Empfehlungen von meiner Brieffreundin bekommen werde, sie meinte, sie hat noch ganz viele mit afrikanischem Bezug. 🥰