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    2 months ago

    Naja, der Artikel ist aber etwas unehrlich:

    1. Er erläutert, dass es für die Mehrheit keinen Unterschied macht
    2. Er erläutert, dass Hersteller auch die Minderheit bedienen wollen
    3. Er erläutert, dass Hersteller Kosten sparen, indem sie Produkte gleich für beide Gruppen auslegen statt separate Produkte für die anzubieten, denen es eh egal ist
    4. Er nennt diese Entscheidung der Firmen, die niemanden beeinträchtigt, dann “Diktatur der Minderheit”

    Da kann er gerne von komplexen Systemen und unvorhergesehenen Effekten reden: Dass Hersteller um mehr Profit zu machen ihr Angebot inklusiver gestalten ist die harmloseste Ausprägung des Kapitalismus. Es als “Diktatur” zu bezeichnen, als ob Juden und Moslems unseren Konzernen ihre religiösen Standards aufzwingen würden, ist eine böswillige Verunglimpfung.

    Es hilft auch definitiv nicht, dass der Autor mit einem Beispiel eröffnet, in dem er bewusst jemandem was anbietet, von dem er erwartet, dass dieser es gar nicht annehmen könne, und irritiert war, dass seine Provokation nicht klappt, weil die blöde Limonade ja doch Koscher ist.

    Dazu vergleicht er die Dynamik mit Verbrechen (Verbrecher können ja auch legale Dinge tun, aber Ehrliche begegen keine Verbrechen), was einfach geschmacklos ist. Auch wenn die “Richtung” der Dynamik hier anders wäre, ist der Vergleich doch etwas geschmacklos.

    Und dann setzt noch eine Anekdote obendrauf, wie er einen Freund ausgetrickst und zum Rauchen gebracht hat, weil man ja sonst nicht im Raucherteil des Restaurants sitzen dürfe.

    Ich weiß nicht, ob später in dem Artikel noch stichhaltige Punkte kommen, aber wenn jemand “Freunde” belügt, davon stolz erzählt, und sich über Inklusivität aufregt weil sie seinem Trolling einen Strich durch die Rechnung macht, fällt es mir irgendwann schwer, den Rest ernstzunehmen.