Meiner Freundin und mir ist eben beim Abendessen aufgefallen, dass wir beide kein gutes Bauchgefühl dafür hatte, wie viel Anbaufläche eigentlich da draußen in der Welt notwendig ist, um all das Zeug anzubauen, dass wir im Jahr so essen.
Falls euch das auch so geht, hier als kleiner Funfact Daten vom WWF dazu aus 2021.
Bei durchschnittlicher Ernährung inkl. Fleisch und Tierprodukte braucht es wohl ca. 2022m² pro Person und Jahr.
Als Referenz hab ich Mal nachgerechnet, das entspricht ca.:
- 2,5 Handballfeldern
- 1100 Einzelbetten der Maße 90x200
- 5,8x der durchschnittlichen Gartengröße in Deutschland (ca. 339m²)
- 36x der durchschnittlichen Wohnfläche pro Person in Deutschland (55m²)
Tierprodukte machen davon btw. ca. 75% aus.
Ich hab da fragen zu, die einen gewissen “mit oder an Corona” - Vibe haben.
Ist damit das ganze Essen eines Jahres auf einmal gemeint. Weil das Jahr hat doch viel Zeit, da kann doch an der selben Stelle erneut eine Kartoffel wachsen, die ich esse, oder?
Würde mal stark vermuten, dass das statistische Werte sind, also dass Bauern jeweils über ein Jahr weg ihre Erträge gemeldet haben und eben wie viel Ackerfläche sie haben. Das statistische Bundesamt erfasst sowas zum Beispiel: https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Landwirtschaftliche-Betriebe/_inhalt.html
Also würde bedeuten, wenn es möglich/wirtschaftlich ist, mehrere Sachen pro Jahr da anzupflanzen, dann werden die das gemacht haben.
Aber ja, eine Quellenangabe wäre natürlich gut gewesen…
Damit das in Deutschland geht brauchen wir aber noch ein bisschen Erderwärmung.
Und wie ist das mit hydroponischen Farmen, die können ja mehr oder weniger gestapelt werden
Auf YouTube gibt es dazu einen Vortrag eines Professors, der mit der NASA zusammenarbeitet um z.b. Gemüse auf der iss anzubauen. Er hat die Kosten und Energieaufwand dafür durchgerechnet. Selbst mit effizienten LEDs ist es zu teuer, da die Pflanzen künstlich beleuchtet werden müssen. Mit Solarpanels gewinnt man auch nichts, da diese nur zu 25% effizient sind. Bedeutet also, das so eine Indoor Farm 4x soviel land für Solarpanels braucht als ein acker der Sonnenlicht direkt einfängt.
Das geht bestimmt besser, ich utopiesiere mal herum:
Zum einen könnte man Solarpanels auch an Wänden anbringen, man könnte bestimmt auch herausfinden, welche Wellenlänge die Pflanzen brauchen und LEDs bauen, die die anderen Wellenlängen weglassen, man könnte zusätzlich Windkraft bemühen, man könnte anstelle von Pflanzen Pilze anbauen.
Ich denke man kann da anders besser ansetzen:
Hydroponisch heißt ja nicht in totaler Dunkelheit anbauen., man kann zumindest teilweise Sonnenlicht nutzen. Muss also nur mit künstlichem Licht ergänzen. Ggf. kann man mit speziellen Optiken und lichtdurchlässigen Regalen das Sonnenlicht noch effizienter Nutzen. Und zu der Effizienz muss man auch die effizientere Nutzung von Boden, Wasser und Nährstoffen betrachten. Und dann kann man mit Hydroponik auch Flächen nutzen, die man mit konventioneller Landwirtschaft nicht nutzen kann (sandige oder nährstoffarme Böden), das gleiche gilt für Solar (z.B Dächer). Die gesparte Fläche kann man dann als Naturschutzgebiet ausweisen, anstatt Landwirtschaftlich zu nutzen. Das Problem nur auf die Belichtung zu reduzieren, ist da viel zu einfach
Habe das video gefunden; bei ~10 mins gehts es los, bei 15 minuten wird der energiewert berechnet: https://youtu.be/ISAKc9gpGjw?t=650
Das problem ist einfach das die sonne kostenlos ueber dem acker scheint, und du ueber das jahr enorme energiemengen kostenlos bekommst.
Auf dem gewaechshaus schickt die sonne 2000 micromols pro m2. Auf der pflanze kommen davon 1400 micromols an um biomasse zu bilden.
selbe energiemenge bei vertical farming:
Abgesehen davon laeuft die idee schon seit mindestens 10 jahren durchs internet; wenn es wirklich praktikabel waere dann muesste es ja doch gerade in laendern mit unguenstigem klima und hohen lebensmittelpreisen (skandinavien, mittlerer osten) inzwischen irgendwelche adaptionen geben die wirklich profitabel gemuese wachsen lassen.