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Die Künstlerin selbst setzt doch den Fokus auf ihre Sexualität und wollte mit dem Video eben provozieren und mediale Aufmerksamkeit erreichen. Die Einbindung des queeren Vereins ist auch kein Framing, sondern als queere Menschen vor Ort betrifft sie das ja unmittelbar. Anders als die Sängerin, die für Klicks provoziert und dann wieder verschwindet. Es soll tatsächlich auch gläubige queere Menschen geben, die durch sowas befürchten, dass jeglicher Fortschritt in der Kirche (sei er auch noch so klein) wieder zerstört wird.
Nochmal. Hätte es die gleiche Reaktion gegeben, wenn “You believe in Jesus, I believe in Pussy” von einem Kerl käme? Hätte es die gleiche Reaktion gegeben, wenn die Künstlerin statt Pussy “I believe in Dick” geschrieben hätte? Wenn ja, ist die Tatsache, dass sie lesbisch ist, offensichtlich kein Thema und irrelevant. Wenn es unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen hätte, wäre die Tatsache, dass sie lesbisch ist, nicht das tatsächliche Problem.
Oder siehst du das anders? Glaubst du, bei einem heterosexuellen Künstler hätte es einen Verein gegeben, der irgendwas von “Brücken bauen” geredet hätte?
Hätte ein heterosexueller Mensch ein ähnliches Video ohne Zustimmung gedreht, wäre der Pfarrer sicher auch nicht erfreut darüber. Medial wäre das ganze vermutlich weniger groß geworden. Aber natürlich ist die Tatsache, dass sie lesbisch ist und wie die Kirche zu Homosexualität steht hier ein zentrales Thema. Das lässt sich bei diesem Ereignis einfach nicht trennen, deshalb ergibt dein Vergleich für mich keinen Sinn.
Znd eben genau das ist mein Kritikpunkt. Man hätte gar keine Sexaqlität erwähnen müssen. Macht man aber, weil man das ganze dann dramatisieren und besser verkaufen kann.