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Der Autor hat einige gute Punkte (z.B. seine These zum Thema Neusprech ist erschreckend zutreffend), und Neuromancer ist eines meiner Lieblingsbücher.
Aber ich würde lieber alle Leute dazu anhalten, positive Science Fiction zu konsumieren. Ich finde, unser mediales Angebot ist übersättigt an Dystopien und das macht auch was mit den Zuschauern. Man fühlt dadurch eine gewisse Alternativlosigkeit. Geschichten haben einen großen Impact auf die Menschen, irgendwie verinnerlichen Menschen Geschichten. Wir brauchen mehr positive Science Fiction, die uns zeigt, wo es hingehen kann.
Edit: achja, und 1984 ist aus den 40er Jahren.
Das gibt’s? Hast du Empfehlungen?
Es gibt hier eine Community dazu, hier ist ein Thread mit einer Sammlung von Empfehlungen
Unter dem Stichwort Solarpunk lässt sich ggf. auch was finden.
Großartig, danke!
Positiv muss ja nicht immer nur Utopien bedeuten. Das Genre der Space Opera hat viele Autoren und Reihen, die die Menschheit zwar fehlerbehaftet, aber in ihrem Potential und einer vorangeschrittenen Zivilisation betrachten.
Die Commonwealth-Reihe und vor allem dann der Übergang zur Void-Trilogie von Peter F. Hamilton z.B. haben viel positiven Transhumanismus (der ja auch durch die Tech-Bros in Verruf geraten ist). In der ersten Reihe hat die Menschheit noch das Problem, dass der gesellschaftliche Fortschritt dem technischen nicht gefolgt ist, aber in der Void-Trilogie hat die Menschheit dann viele dieser alten Probleme überwunden.
Ganz anders, auch keine Utopie, aber auf menschlicher Ebene sehr positiv ist die Wayfarers Reihe von Becky Chambers. Es geht in jedem Band um eine eigene Geschichte, mit manchmal als Nebencharaktere wiederkehrenden Figuren der vorherigen Geschichten und oft einfach um außergewöhnliche Erlebnisse von Alltagspersonen in einem recht bunten Universum. Bisschen “Woke”, aber war mal eine ganz andere Perspektive auf das Genre, die ich sehr genossen habe.
The Expanse von James S. Corey kennen bestimmt einige, könnte man auch eher als Dystopie sehen, mit den Machtspielchen und dem Klassenkampf. Aber ich finde immer entscheidend welches Menschenbild transportiert wird, z.B. hier der Zusammenhalt der Belter und die Counter-Culture, die sich dort aus den verschiedensten Erden-Kulturen und Ethnien als eigene Identität entwickelt hat. Und der familiäre Zusammenhalt der Crew der Rocinante ohne ein einziges Fünkchen Misstrauen und Verrat über die ganze Reihe.
Die Children of Time/Ruin/Memory Reihe von Adrian Tchaikovsky is konzeptionell etwas abgedrehter, aber auch positiv in dem Sinne, dass das zentrale Motiv die Kommunikation und Kooperation ist, zwischen verschiedenartigsten Spezies und deren Wandlung (und nicht nur der “anderen”, sondern auch der Menschlichen Spezies selbst) und integration in eine gemeinsame friedvolle Zivilisation, zu der jeder mit seinen Stärken beiträgt. Obwohl die Ausgangsbasis der einzelnen Geschichten immer der Zusammenbruch des alten Menschlichen Empires ist, liegt der Fokus nicht auf dem Verfall, sondern was daraus entstehen konnte und die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden.
Foundation von Issac Asimov als honorable Mention, auch wenn es nie meins war.
Sowohl als auch. Ja, Menschen brauchen als Ausgleich auch positive Geschichten.
Andererseits kenne ich kaum jemanden, der mit den Cyberpunk-Klassikern aufgewachsen ist und die Parallel zu den Bestrebungen der großen Tech-Konzerne nicht erkennt. Das ist also ganz plump Bildung, die jedem rechtzeitig zu Teil werden sollte.
Es reicht eben nicht, den Leuten zu erzählen, wo es positiverweise hingehen kann. Man muss auch die Fallstricke auf anderen Wegen erkennen können, um sie zu vermeiden.