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Cake day: November 20th, 2024

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  • das kommt unserer wirtschaft zugute

    Da liegt der Denkfehler. Unsere Wirtschaft != Deren Wirtschaft. Denn in deren Wirtschaft geht es primär zuallererst um Rendite für Investoren.

    Hier ist das Endgame ein Dezimieren oder schließlich vollständiges Abschaffen der staatlichen/gesetzlichen Sozialversicherungen zugunsten eines Amerikanischen Modells, dass jeder sündhaft teuer privat versichert ist und eine staatlich unterstützte Alternative am Existenzminimum vielleicht für die Armen existiert.

    Und der erste Schritt dazu ist ein Kaputtsparen des gesetzlichen Systems und aufweichen des Solidaritätsprinzips. Als nächster Schritt kommt dann die Argumentation, das alte System wäre gescheitert, trägt sich nicht, wäre zu ineffizient und kann die Versorgung nicht mehr sicherstellen, darum müssen die Bürger zu einer privaten Versicherung verordnet werden, die ja effizienter arbeiten, weil irgendwas irgendwas freier Markt. Vorgegangen wird dieser Weg ja bereits bei der Rente, und das Volk schluckt es bereitwillig.


  • Positiv muss ja nicht immer nur Utopien bedeuten. Das Genre der Space Opera hat viele Autoren und Reihen, die die Menschheit zwar fehlerbehaftet, aber in ihrem Potential und einer vorangeschrittenen Zivilisation betrachten.

    Die Commonwealth-Reihe und vor allem dann der Übergang zur Void-Trilogie von Peter F. Hamilton z.B. haben viel positiven Transhumanismus (der ja auch durch die Tech-Bros in Verruf geraten ist). In der ersten Reihe hat die Menschheit noch das Problem, dass der gesellschaftliche Fortschritt dem technischen nicht gefolgt ist, aber in der Void-Trilogie hat die Menschheit dann viele dieser alten Probleme überwunden.

    Ganz anders, auch keine Utopie, aber auf menschlicher Ebene sehr positiv ist die Wayfarers Reihe von Becky Chambers. Es geht in jedem Band um eine eigene Geschichte, mit manchmal als Nebencharaktere wiederkehrenden Figuren der vorherigen Geschichten und oft einfach um außergewöhnliche Erlebnisse von Alltagspersonen in einem recht bunten Universum. Bisschen “Woke”, aber war mal eine ganz andere Perspektive auf das Genre, die ich sehr genossen habe.

    The Expanse von James S. Corey kennen bestimmt einige, könnte man auch eher als Dystopie sehen, mit den Machtspielchen und dem Klassenkampf. Aber ich finde immer entscheidend welches Menschenbild transportiert wird, z.B. hier der Zusammenhalt der Belter und die Counter-Culture, die sich dort aus den verschiedensten Erden-Kulturen und Ethnien als eigene Identität entwickelt hat. Und der familiäre Zusammenhalt der Crew der Rocinante ohne ein einziges Fünkchen Misstrauen und Verrat über die ganze Reihe.

    Die Children of Time/Ruin/Memory Reihe von Adrian Tchaikovsky is konzeptionell etwas abgedrehter, aber auch positiv in dem Sinne, dass das zentrale Motiv die Kommunikation und Kooperation ist, zwischen verschiedenartigsten Spezies und deren Wandlung (und nicht nur der “anderen”, sondern auch der Menschlichen Spezies selbst) und integration in eine gemeinsame friedvolle Zivilisation, zu der jeder mit seinen Stärken beiträgt. Obwohl die Ausgangsbasis der einzelnen Geschichten immer der Zusammenbruch des alten Menschlichen Empires ist, liegt der Fokus nicht auf dem Verfall, sondern was daraus entstehen konnte und die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden.

    Foundation von Issac Asimov als honorable Mention, auch wenn es nie meins war.



  • Man konnte meiner Erinnerung nach wegen einer 6 in Sport an meiner Schule (Gymnasium, Bayern, ~2000) nicht sitzen bleiben, auch nicht z.B. wegen Musik oder Kunst.

    Und die “Unterrichtsverweigerung” hier dem Klassenleiter zu melden war schon die “milde” Reaktion, weil es sonst dafür direkt Verweise gab (und drei Verweise = von der Schule geschmissen). Ich hab das einmal erlebt, dass eine Kunstlehrerin (Kunst war da ähnlich Leben und Tod wie Sport) einen Verweis ausgestellt hat, weil ein Schüler meinte “mein Bild ist fertig” (Bild war fertig) und die Lehrerin meinte “man kann immer noch was verbessern”, aber der Schüler dann nicht weiter gemalt hat.

    kann man seinen Kindern nur mitgeben solche Dinge zu erzählen und dann muss man halt eskalieren

    Plot-Twist: Der Klassenleiter war auch Sportlehrer, auch wenn wir ihn in anderen Fächern hatten, also das hätte nichts gebracht. Direkt zum Schulleiter, ja, vielleicht… aber welcher 12 Jährige macht das denn? Glaube meine Eltern hatten das dann mal beim Elternabend angesprochen, aber hatte keine Konsequenzen. Sportlehrer haben sowieso irgendwo Narrenfreiheit hab ich das Gefühl, gerade weil es halt “um nichts geht”. Ich hatte einmal einen Sportlehrer der war schwerer Alkoholiker, saß immer auf den Tribünen und hat sich den Flachmann rein gekippt während die Schüler irgendwas gemacht haben. Und das wussten alle an der Schule. 🤷 (aber sonst bester Sportlehrer, weil kein Sadist und Sozialdarwinist)


  • Ich kann mich erinnern dass ein Schüler den größten Teil des Halbjahres im Gips war und einfach seine letzte Note von davor nochmal bekommen hat.

    Ich hatte mir mal (6. Klasse) am Anfang der Unterrichtsstunde die Ferse gebrochen (von der Sprossenwand gesprungen und komisch aufgekommen) und versucht dem Lehrer zu kommunizieren, dass ich mich verletzt habe und nicht mitmachen könne, weil ich gar nicht auftreten konnte. An dem Tag war aber 100m-Sprint angesagt, und der Lehrer meinte, “Das gibt sich schon wieder, wenn du erst mal aufgewärmt bist”. Hab dann nach ein paar Metern aufgegeben und Tränen in den Augen vor Schmerzen. Lehrer meinte das wäre jetzt Unterrichtsverweigerung und er trägt das für den Klassenleiter ein, aber dann solle ich mich halt an den Rand setzen und nach meiner Mama heulen. 🤷

    Nächste Stunde war ich dann mit dem Gips im Unterricht und er meinte nur trocken, “oh, war es wohl doch schlimmer als gedacht”. Die Noten musste ich natürlich nachmachen, da hat er sich eine ganze Unterrichtsstunde Zeit genommen während die anderen Fußball gespielt haben.

    Wir hatten auch immer wieder Leute die sich übergeben hatten oder einfach umgefallen sind, z.B. beim Cooper-Test bei 30°C (das hat der sich immer extra so ausgesucht).


  • Oh mein Gott, noch jemand der Ballsport hasst und Turnen mag!

    Das hab ich so nie gesagt.😆

    Ich mochte es nicht, aber ich war gut darin. Eben größtenteils besser als die Fußballer, insbesondere die Aushilfs-Ronaldos, deren Ego das irgendwie rechtfertigen musste, dass “der Unsportliche” in etwas besser ist als sie.

    Denke im Nachhinein, dass meine Situation ist, dass ich sehr ineffizient renne, aber gute Muskulatur und Körperspannung habe. Ich bin in der Zeit auch viel geschwommen, aber das wäre mir damals auch nie eingefallen das unter “Sportlichkeit” zu verbuchen. Beim Bodenturnen konnte ich ein Rad schlagen, was mir immer die regulären Bodenturnnoten erspart hatte (Rad schlagen war über ca. 3 Schuljahre der Shortcut zur 1). Und beim Geräteturnen konnte ich meistens jeweils das Maximum an vorgegebenen Übungen am Barren und Reck wiedergeben. Was ich wieder nicht konnte war Springen über Bock, Kasten usw. mit dieser Sprungfeder halt. Eben weil man da wieder rennen musste und den Absprung koordinieren.

    Auch heute meide ich eigentlich alles was mit Laufen zu tun hat. Gehen ist wieder was anderes, am liebsten Bergauf und über Gelände, aber beim Laufen bin ich nach 100m aus der Puste und habe Seitenstechen. Evtl. zum Zug, aber nur wenn es wirklich, wirklich nicht anders geht. Rennen war aber halt über alles zusammengefasst gut 75% der Sportnote damals.

    Man muss aber auch sagen, dass beim Turnen auch Leute schikaniert wurden

    Das haben sich natürlich die Sportnazis trotzdem nie nehmen lassen sich auch dort über alle lustig zu machen, die schlechter abschnitten als sie.


  • Ich habe damals im Schulsport wichtige Dinge gelernt, z.B. dass:

    • man komplett unsportlich ist, wenn man nicht gut in Sportsball und/oder schnell/weit Laufen und/oder weit/hoch Springen ist.
    • es insbesondere beim Fußball um Leben und Tod geht und ein misslungener oder versäumter Pass rüber zum örtlichen Kreisliga-Tsubasa eine Todsünde ist auf die mindestens drei Millennia Fegefeuer stehen.
    • gut im Turnen zu sein nicht zählt und nur ein weiterer Indikator für Unsportlichkeit ist, weil sonst bräuchte man diesen Mädchensport nicht um seine Noten aufzuwerten.
    • wer unsportlich ist, quasi lebensunwertes Leben ist und jedwede Beleidigung und Hass verdient den er bekommt.
    • Sportlehrer (anekdotisch 5/6) diese Ansichten teilen und das resultierende Mobbing begrüßen, wenn sie nicht direkt selbst mitmachen.

    Das Trauma hat mich dann ca. 20 Jahre meines Lebens Sport verfluchen lassen, in dem Glauben ich wäre unsportlich und mit emotionaler Abwehrhaltung beim bloßen Gedanken daran. Als ich das Trauma dann mal verarbeitet hatte wurde mir klar, dass ich Bergwandern liebe, überall hin mit dem Fahrrad fahre und dabei relativ gute Kondition habe, leidenschaftlich Skifahre (bzw. als das noch nicht unbezahlbar war), und die Schulsport-Psycho-Definition von Sportlichkeit mich mal am Arsch lecken kann.








  • Wenn alle, die die Aktionen gut fanden, sie auch irgendwie unterstützt/mitgemacht hätten, dann hätten sie unglaubliche Veränderungen erreicht.

    Einfach nur Solidarität, mehr hätte es nicht gebraucht. Jeder vernünftige Mensch steht grundsätzlich hinter dem Ziel, da sind wir uns alle einig. Und klar findet man es Kacke im Stau zu stehen. Oder sind wir mal ehrlich, davon zu lesen, dass andere im Stau gestanden haben, weil welchem Prozentsatz der Bevölkerung ist das tatsächlich passiert? Aber man muss doch für das Recht der LG diesen Protest zu üben einstehen und darf es nicht hinnehmen, dass sie für ihr richtiges und wichtiges Ziel verunglimpft werden. Genau wie man das eben mit Streikenden hat, wenn zum Beispiel der Öffiverkehr lahmgelegt wird. Der Zorn über das im Stau stehen hat sich gegen die Regierung und Medien zu entladen, nicht die Aktivisten, genau wie sich der Zorn bei Bahnstreiks gegen die Geschäftsleitung der Bahn zu entladen hat, nicht gegen die Streikenden.

    Aber man sieht halt, dass Solidarität bei einem Großteil der Deutschen, insbesondere wenn die Medien über alle Kanäle das Signal geben hier unsolidarisch sein zu dürfen, nur noch etwas sehr Selektives ist. Und selektive Solidarität ist keine Solidarität, weil wenn ein kleines bisschen kognitive Dissonanz alleine wegen der Vorstellung man könnte mal einen unbequemen Arbeitsweg erfahren, und ein papierdünnes Mediennarrativ, es wäre “der falsche Weg zu protestieren”, ausreicht um den Menschen ihre Solidarität zu nehmen, dann, dann bekommen die das zu jedem Thema hin. Und dann sind wir als Gesellschaft einfach verloren.

    Das ist tatsächlich von allen Trends der, der mir grade am meisten Sorgen macht. Und es ist natürlich Absicht. Wir sollen nach Vorbild der USA entsolidarisiert werden, weil wir so im Technofeudalismus leichter kontrollierbar sind. Und das hier und heute immer noch dieses Genöle kommt, ist einfach beschämend.