• 0 Posts
  • 46 Comments
Joined 3 years ago
cake
Cake day: June 9th, 2023

help-circle






  • Hab das Video inzwischen gesehen. Es gab recht viele Gründe, warum Gebäude zerstört wurden, die den Krieg überlebt hatten.

    Kulturell/ideologische waren definitiv ein wichtiger Grund, aber sehr oft wurde für die erwähnte autofreundliche Stadt viel platt gemacht, das den breiten Verkehrsachsen im Weg stand. Das betrifft übrigens auch Länder, die gänzlich vom Krieg verschont wurden, wie Schweden, welches ähnlich aggressiv seine Städte nach dem Krieg umgebaut hat, mit nahezu dem exakt gleichen Endresultat wie hierzulande, ganze ohne vorher zerbombt worden zu sein.

    Anderer Grund: Oft waren die alten Gebäude zwar hübsch von außen, aber entsprachen nicht mehr den Anforderungen der Zeit, z.B. Wohngebäude mit engen, kleinen Räumen, ohne Badezimmer, mit wenig Licht. Hätte man sanieren können, aber nicht selten zu einem größeren Aufwand, als ein schlichter Neubau gekostet hätte.

    Sanierung hat auch ihre Nachteile: Ich habe schon in jahrhundertealten Gebäuden gewohnt und gearbeitet (persönlicher Rekord: ca. 420 Jahre), die in jüngerer Vergangenheit komplett saniert worden waren. Eine sehr eigenartige Erfahrung: Die Fassade ist teils hübsch und historisch (gerade seit den neueren Energievorschriften leider viel öfter nicht der Fall - selbst 300 Jahre alte Gebäude sehen dann aus wie alles andere), aber innen herrscht nahezu immer die gleiche schlichte Tristesse wie in neueren Gebäuden. Man erkennt höchstens noch an der einen oder anderen schiefen Wand, komischen Aufteilung oder anderen Kleinigkeiten, wie alt die Hütte tatsächlich ist. Kellerräume sind noch am offensichtlichsten.

    Dann wäre da noch der Faktor Arbeit: Verzierungen sind nicht nur teuer, sondern sie benötigen auch viel Handarbeit, wenn sie nicht seelenlos aussehen sollen. Die meisten neuen Gebäude, die versuchen ältere Architekturstile zu imitieren, plumpsen genau in diese Falle, da sie mit Dingen wie industriell gefertigten Verzierungen seelenlos und künstlich wirken. Dazu passen die Proportionen oft nicht, da viele alte Baustile unvereinbar mit heutigen gesetzlichen und anderen Anforderungen sind. Diese Handarbeit braucht Handwerker in Mengen, welche schon nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr existierten - die hatten fast alle Besseres und Wichtigeres zu tun, als von Hand Stuck anzurühren. Das wird sich auch auf absehbare Zeit nicht mehr ändern. Klar kann man aus dem ganzen Bundesgebiet für einzelne Projekte wie das in Frankfurt Spezialisten zusammenziehen, aber das ist keine realistische Option für jede Stadt.

    Das Video endet damit, den historisch akkuraten Wiederaufbau zu loben. Finde ich auch gut, aber es ist kein Allheilmittel. Wir können nicht nur in die Vergangenheit schauen, sondern sollten versuchen, Farben, Formen und Räume zu schaffen, die aus der heutigen Zeit und für die heutige Zeit, für die Menschen der heutigen Zeit und ihre Bedürfnisse geschaffen sind. Dazu gehört auch und gerade unser Verlangen nach Schönheit, aber eben nicht nur die Schönheit der wilhelminischen Zeit, des Barocks oder des Mittelalters, sondern auch die Schönheit, Kreativität und den Ausdruck dessen, was uns heutzutage bewegt. Dabei kann man durchaus - und das tun besonders gelungene neuere Gebäude - historische Elemente bewusst einsetzen, in Kombination mit neuen Ideen. Das ist riskanter und schwieriger als einfach zu kopieren, aber hat das Potenzial, noch weit besser zu sein für die Menschen.


  • Sind wir nicht schon in der post-Postmoderne?

    Stimme dir aber sonst zu. Potenzial gibt es viel, aber in der Realität werden die meisten Bausünden durch die gleichen dreieinhalb Gebäudestile ersetzt, die es eh schon überall gibt. Ich glaube das Hauptproblem ist ein ganz simples: Früher waren die Bauherren meist lokal. Man hatte selbst eine enge Verbindung zu dem Ort, an dem ein Gebäude errichtet wurde, nutzte es persönlich oder sah es jeden Tag. Heute sitzen die in irgendwelchen Firmenzentralen weit weg vom Geschehen und jedes individuell in Auftrag gegebene Gebäude ist nur noch eine Zahl in einer Exceltabelle, entsprechend schert man sich nicht groß darum.

    Nebenbei bemerkt: Es gab freilich auch ganz früher schon sehr hässliche Gebäude - nur wurden diese nicht auf Postkarten gedruckt, standen oft nicht lange und wurden deswegen vergessen. Jede wilhelminisch geprägte Großstadt mit Prachtstraße im Zentrum hatte auch ihre Elendsviertel. Fabrikbesitzer und Slumlords bauten dort schnell und billig - aber ohne dabei von lästigen Bauvorschriften zu Themen wie Brandschutz, Licht, Raumhöhe und anderen Nettigkeiten eingeengt zu werden. Man kann zu Recht viel an den Plattenbauten der Nachrkiegszeit kritisieren, aber sehr oft haben diese einfache Menschen aus genau solchen prekären Wohnverhältnissen herausgeholt. Sie waren eine Problemlösung, die erst mit der Zeit selbst zu einem Problem wurde.



  • Gibt guten und schlechten Brutalismus. Das echte Problem sind eher schnell und billig hochgezogene Gebäude, die ihre kurze geplante Lebensdauer meist weit überschritten haben. Wenn es richtig gemacht wird, mit bewusster Formensprache, viel grün und menschenfreundlichen Dimensionen und Räumen, dann kann Brutalismus wirklich toll sein.

    Es ist aber auch verständlich, warum direkt nach dem 2. Weltkrieg genau so gebaut wurde. Es braucht nicht nur schnell neuen Wohn- und Geschäftsraum für den Wiederaufbau und die Jahre rapiden Aufschwungs, sondern auch einen harten kulturellen Schnitt mit den Exzessen der Vorkriegszeit. Schnörkel wurde als dekadent angesehen. Aus heutiger Sicht ein Fehler (s. auch die sog. Entstuckung, also die absichtliche Entfernung von Fassadendekorationen an Altbauten, fällt darunter), aber das konnte man damals nicht wissen.

    Edit: Ich hab das Video noch nicht gesehen, entsprechend entschuldige ich mich, falls das alles darin bereits erwähnt wurde.


  • They’ve expanded upon the formula since, with two sequels that add significantly more movement and more complex combat (certain weapons being more effective against certain enemy types) while ramping up the spectacle and scale. Not all of the changes compared to Doom 2016 have been without controversy, but overall, they’ve been received extremely well. At higher difficulties, they do require very quick thinking. On normal and lower, anyone who can play shooters will get through without much trouble though.

    I also really like how tongue in cheek these games are at times. They have fun with the absurd universe they are taking place in, right from the first minute.

    There’s also a VR spin-off (Doom VFR) that is somewhat downgraded in terms of gameplay, but retains the glory kill system. New story and levels, kind of like Doom 64 back in the day (which you can - and should - play on PC or other modern systems these days if you haven’t already). I own VFR, but haven’t gotten to playing it, so I can’t personally comment on it. It’s not regarded very highly though.

    id Software assisted Avalanche Studios (Just Cause series and Mad Max) with Rage 2. Different engine, but you can tell from the combat that id had their hands in it. It’s a fun, silly, over the top and gory open world shooter that does not overstay its welcome, far better in my opinion than it reviewed. It’s the kind of game that many people wanted the original Rage to be, I would argue. Epic gave it away a while ago, so you might already have it.

    They also helped out with the development of Starfield, specifically the combat, which really shows. I know many “gamers” absolutely hate this title to no end (the less they’ve played it, the more they hate it), but that’s unfair in my opinion. It’s not without its flaws, but there is much to love here. The punchy combat with creative weaponry is one of the best aspects about it, but not the only thing I like. It’s a surprisingly wholesome, warm sci-fi universe compared to the nihilistic cynicism that is so rampant in modern media narratives. When it came out, it was exactly what I needed.

    Speaking of wholesome, Machine Games used a highly modified version of the engine from Doom 2016 for Wolfenstein II, which also has absolutely fantastic combat (just like the predecessor and a spinoff of said predecessor, which used an engine based on id’s prior one for Rage). It’s a bit slower than Doom 2016 and has some stealth gameplay (mostly player-driven and optional), but still frantic enough, given the series’ history. I can’t recommend these games enough, especially since narration and world building are even better than the already brilliant gameplay. And yes, in these games set in a dystopian world taken over by insane Nazi super soldiers, there are plenty of touching, wholesome moments with the diverse cast of resistance members. Really surprised me in a good way. 10/10 stuff.









  • Dann brauchst man keine Panzer.

    Es herrschen sehr spezifische Gefechtsbedingungen in Ukraine aus sehr speziellen Gründen, die sich trotz vieler Dinge, die man vom Krieg dort lernen kann absolut nicht 1:1 auf andere zukünftige Kriege an anderen Orten übertragen lassen. Nur weil dort Panzer heute eine begrenzte Rolle einnehmen (sie werden immer noch benutzt), heißt das nicht, dass sie als Konzept obsolet sind. Festgefahrener Stellungskrieg ist in der Kriegsgeschichte die Ausnahme, nicht die Regel - und so ziemlich jedes Mal, wenn Leute basierend auf nur einem isolierten Aspekt eines Krieges in die Zukunft geplant haben, lagen sie komplett daneben (s. Maginot-Linie).

    Die sind heutzutage quasi nutzlos

    Nein, man kann kein Land von der Größe Deutschlands ohne hochgradig mobile, geländegängige und widerstandsfähige Waffenträger verteidigen. Niemand, der auch nur annähernd etwas von dem Thema versteht, würde behaupten, dass Panzer “quasi nutzlos” seien. Gerade in Kombination mit Drohnen und APS sind sie immer noch extrem gefährliche Systeme.

    Alleine der psychologische Effekt eines 60 Tonnen Gefährtes das mit der Geschwindigkeit eines PKW, überraschender Agilität und einer riesigen Kanone auf dich zu prescht darf nicht unterschätzt werden. Wer noch nie die Vibrationen von selbst einem weit entfernten Panzer gespürt hat, versteht das freilich weniger.

    und wenn überhaupt dann nur bei der “Vorwärtsverteidigung” noch sinnvoll.

    Hast du etwas gegen Bewegungskrieg? Willst du dich eingraben und gemütlich darauf warten, bis russische Artillerie dich und alles andere in einem Umkreis von 20km platt geschossen hat?

    Du brauchst Panzer UND Infanterie UND Artillerie UND Flugzeuge UND Drohnen (und viel logistisches Zeug das gerne übersehen wird) um effektiv einen Krieg zu führen, egal ob als Angreifer oder Verteidiger - oder als Verteidiger, der zum Angreifer mutiert, denn wenn Russland uns (Europa) über Ukraine hinaus angreift, dann muss das damit enden, dass das heutige Russland als Bedrohung und damit als unabhängiger Staat aufhört zu existieren. Selbst den kleinsten Teil, den ersten Schritt davon (die unmittelbare Abwehr der ersten Angriffswelle) wirst du nicht mit Drohnen alleine schaffen.

    Bevor du mir übrigens Kriegslust unterstellst, ich betrachte mich als militanten Pazifisten. Ich würde nie einen Krieg anfangen, aber ich mag auch nicht die Idee, wehrlos einem Aggressor gegenüber zu stehen.

    Und nein, der exportorientierten Waffenindustrie Geld in den Rachen zu schmeißen ist auch nicht sinnvoll wenn man vor allem Landesverteidigung im Sinn hat.

    Waffenexport ist extrem wichtig, um eine Rüstungsindustrie in Friedenszeiten am Leben zu halten. Man kann bei der hiesigen Rüstungsindustrie schön sehen, was nämlich passiert, wenn trotz Exporten der Einbruch an hiesigen Aufträgen so groß gewesen ist, dass die meisten Ingenieure (und mit ihnen sehr viel unersetzliches institutionelles Wissen) flöten gegangen sind und viele Produktionsanlagen geschlossen wurden. Das führt nämlich dazu, dass es gerade jetzt sehr schwierig ist, schnell genug auf die nun sehr dringlichen Aufträge zu reagieren.

    Man sollte nicht den Export von Waffen grundsätzlich kritisieren, sondern sich eher bemühen, dass diese nur an Länder mit vernünftigen Menschenrechten geliefert werden. Ich bin z.B. gar kein Freund davon, dass Qatar Leopard 2 spazieren fahren darf (aber immerhin sind die meisten Länder, die dieses Fahrzeug heute verwenden verbündete Demokratien).