taz: Zum Höhepunkt der Hitzewelle im Juni mussten> Feuerwehr und Rettungsdienst in Berlin täglich zu über 2.000 Einsätzen ausrücken, normalerweise sind es 1.500 im Schnitt. Wie ist die Lage jetzt?
Kasch: Die Situation hat sich danach leider nicht beruhigt: Wir mussten immer wieder zu 100 bis 300 Alarmen täglich mehr ausrücken als normalerweise.
Eine Folge von zuviel Hitze und insbesondere Hitzeschlag ist anscheinend auch, dass lebenswichtige regulierende Körperfunktionen z.B. im Stammhirn geschädigt werden. Das bedeutet, Hitze kann nicht nur Kreislaufprobleme verschärfen - sie kann diese auch verursachen und erst Tage später den Tod verursachen.
4200 Tote nach dem RKI. In kaum mehr als 2 Wochen. Alleine in Köln 120 Tote.
Aber denkste es geht ein Aufschrei durch Deutschland?
Nope.
Wir haben Kliniken die damit bis heute nicht umgehen können, denen essentiellstes Material(Eis!) fehlt,etc. Geschweige denn das Wissen über Hitzefolgen.
Kliniken, Kommunen, Pflegeheime, Unternehmen sollten eigentlich Hitzeschutzpläne haben. Sollte man meinen.
Meine Firma berät zu dem Thema. Wir haben damit gerechnet, dass bei uns das Telefon nimmer still steht. Ja weit gefehlt.
Es ist wie Covid. Es sind ja (meist) nur die alten und kranken Menschen die halt früher sterben.
Ich bin (als Rettungsdienstler) während der Hitzewelle sprichwörtlich im Schockraum einee großen deutschen Klinikums gestanden und hab “ungewollt und spontan” zwei Oberärzten die Leitlinien (die nur international sind,es gibt keine deutschen Leitlinien) erklären müssen - weil ich nach dem Abliefern eines gänzlich anderen Patienten von einer Pflegekraft “verpetzt” wurde (“der war gerade zu dem Thema in der Presse und hat doch früher in der Wüste gearbeitet”).
Ja, das ist irgendwie das erstaunliche. Ist wie Tote bei einem Autounfall: kann man nix machen, ist halt so. Aber (und ich will hier kein Leid gegeneinander abwägen) wenn da jemand irgendwo erstochen wird, dann sieht Deutschland rot, Messerverbotszonen, Grenzkontrollen, Massenüberwachung, jedes Mittel ist recht.
Äh, bei COVID haben wir uns alle zum Schutz der zumeist Alten mehrfach mehrere Monate eingeschlossen. Was das für insbesondere die junge Generation hieß kümmerte niemanden.
“FrÜHer gAb eS auCh hEIße SoMmEr!” Wir könnten ja mal anfangen und städtebauliche Maßnahmen unternehmen, um der Hitze irgendetwas entgegenzusetzen, wenn wir es schon nicht schaffen, konkret und effektiv gegen den Klimawandel vorzugehen.
Was? Große Asphalt und betonflächen ohne Schatten sind doch voll toll im Sommer! /s