Hersteller Hoymiles reagierte laut den Sicherheitsforschern “irritiert bis gar nicht” und stellte bisher keinerlei Sicherheitsupdates bereit. Stattdessen dränge das Unternehmen Kunden weiterhin aktiv in die eigene Cloud-Infrastruktur, von der aus theoretisch Hunderttausende Solarkraftwerke zentral und bequem aus dem Ausland abgeschaltet werden könnten.
Ebenso ernüchternd fiel die Reaktion der deutschen Aufsichtsbehörden aus. Diese winkten laut Heise ab: Eventuelle plötzliche Leistungseinbrüche im Gigawatt-Bereich durch ein koordiniertes Abschalten Tausender Kleinanlagen könnten von den Netzbetreibern abgefangen werden.
Der CCC warnt hierbei vor einer gefährlichen Fehleinschätzung und kritisiert den Ausbau in “Wild-West-Manier”. Dirk Engling, Sprecher des CCC, betont: “Schluss mit dem Wilden Westen im IoT (Internet of Things, Anm.). Dieser Fall ist ein praktisches Lehrstück dafür, warum ‘Kritische Infrastruktur’ nicht erst bei großen Kraftwerken beginnt, sondern bereits im Vorgarten. Wenn Tausende Anlagen per Rundruf abgeschaltet werden können, ist das ein systemisches Risiko”.
Ebenso ernüchternd fiel die Reaktion der deutschen Aufsichtsbehörden aus. Diese winkten laut Heise ab: Eventuelle plötzliche Leistungseinbrüche im Gigawatt-Bereich durch ein koordiniertes Abschalten Tausender Kleinanlagen könnten von den Netzbetreibern abgefangen werden.
Das ist so typisch deutsch kurzgedacht. Können die das prinzipiell? Ja, ganz sicher sogar. Aber können sie es auch im Minuten oder Sekundentakt? Das will ich sehen. (bzw nein, will ich nicht)
Und selbst dann, ist das doch irgendwie ein offenes Tor was man trotzdem ausschließen sollte? Scheinbar nicht, weil man sich nicht eingestehen will, dass man völlig machtlos ist und lieber in Schockstarre verharrt.
Klarer fall, das Internet der breiten Bevölkerung muss weiter verlangsamt werden, bis so ein Befehl im Schnitt mindestens ne Stunde zum Endnutzer unterwegs ist.
Dialup war ein Fehltritt, wir müssen zurück zum sneakernet und IPoAC.Die Dinger sind nicht im Internet, das beschriebene Angriffsszenario ist über Funk, zB mit einer Drohne, die durch die Nachbarschaft fliegt.
Die Dinger sind sehr wohl im Internet. Ich hab einen Hoymiles Wechselrichter, und wenn ich den nicht mit einen OpenDTU steuern würde, müsste ich zwangsläufig die Hoymiles Cloud nutzen. Das wird der absolute Großteil der Nutzer tun.
Der beschriebene Angriffsvektor über Funk ermöglicht auch die Ausnutzung von air-gapped Systemen wie meinem. Ob nun durch einen Nachbar oder Staat ist egal.
Ist das so verbreitet mit dem Cloud DTU? Ich hab auch OpenDTU, ich war tatsächlich davon ausgegangen, dass viele einfach gar nicht verbunden sind. Funktioniert ja trotzdem.
Mit Sicherheit haben die meisten die Cloud Lösung. Dass es ohne auch funktioniert wird ja nichtmal in der Anleitung erwähnt.
Der Standwardweg ist die DTU des Herstellers via cloud zu nutzen.
Stattdessen dränge das Unternehmen Kunden weiterhin aktiv in die eigene Cloud-Infrastruktur
Mir tun die Verbraucher leid die absolut ahnungslos vor sowas stehen und einfach trotzdem das billigste bzw. einfachste wählen.
Wobei, oft ist es ja eine Art gewollter Ahnungslosigkeit. Der Google/Android-Effekt.
Zerstören ja, aber Anzünden sollte eher nicht möglich sein.
Also Akkus würden schon ordentlich brennen, wenn sie durch Fehlsteuerung zu heiss werden.
Das hängt dann auch stark vom Hersteller ab. Gibt ja auch ein paar Fälle wo sie schon von Werk aus eine tickende Zeitbombe sind.
Die Wechselrichter mit DTU haben all keine Akkus. Sie sind zwar populär für DIY Akkus, dort ist dann aber ein separates BMS verbaut das verhindert dass was passieren kann.
anzünden
Verzeihung, kann mir das jemand von Österreichisch nach Vanille-Deutsch übersetzen? Ich gehe mal nicht davon aus, dass ihr eure Solarpanele im Winter als Feuerholz benutzt.
Brandstiften. Die Panels so ansteuern dass sie gefährlich überhitzen und brennbare Objekte im Umfeld anzünden können.
Es sind ja je nachdem nicht nur Panels oder Inverter, die überhitzen könnten, sondern auch Akkus. In denen steckt eine beachtliche Menge an chemischer Energie. Bei YouTube gibt es ein paar Videos zu durch kaputte eBike Akkus ausgelösten Bränden. In so einem Raum möchte man nicht sein, wenn so ein Akku hoch geht.
Theoretisch ist es sogar möglich die Netzparameter so zu verändern, dass im schlimmsten Fall Brände entstehen.
Das hab ich original überlesen. Danke für den Hinweis, ich muss langsamer lesen.
Hab neulich mein Inverter von 600w auf 800w umgestellt. Ganz easy, ohne Passwort oder sonst was. Da kam schon der Gedanke wie einfach es wäre den Inverter von jemand anderem herunterzuregeln oder zu deaktivieren.