Andreas Piepenbrink: Ich ärgere mich sehr über die Pläne, die Einspeisevergütung abzuschaffen. Daher habe ich mir überlegt, wie man physikalisch-sachlich diese Argumente widerlegen kann.

Wie sind Sie vorgegangen?

Wir haben bei größeren Anlagen, die unsere Kunden besitzen, am Pfingstwochenende die Spannungen am Netzanschlusspunkt beobachtet, die unsere Systeme kontinuierlich aufzeichnen. Es handelt sich um 110.000 Anlagen, die gleichmäßig über Deutschland verteilt sind, in ungefähr 80 Prozent der Ortsnetze. Dadurch ergibt sich ein repräsentatives Bild. Wenn die Solaranlagen einspeisen, steigt die Spannung. Das ist ganz normal. Die Spannung gibt einen Hinweis, wie kritisch die Netzsituation ist. Denn wenn die Spannung über einen Schwellenwert steigt, bedeutet das: Der Strom wird im Ortsnetz nicht abgenommen, sondern in die Mittelspannungsebene transportiert. Das Ergebnis der Studie ist, dass die Anlagen nur im Promillebereich abgeregelt wurden, und die Kritikalität lag selbst an einem solchen sonnigen Pfingstwochenende, an dem wenig Strom verbraucht wird, zwischen 10 und 20 Prozent.

Was bedeutet das?

Man kann sagen, dass der Strom zu 80 bis 90 Prozent im Ortsnetz verblieben ist. Über das Jahr betrachtet dürfte das zu 95 Prozent der Fall sein. Das ist genau die Antwort auf meine Frage, wie weit die Ortsnetze überlastet sind und wo der Photovoltaik-Strom hingeht.

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    16 days ago

    Ich habe eine Solaranlage und es wäre technisch höchstwahrscheinlich möglich, dass ich einfach ein Stromkabel zum Nachbarn rüberlege und der überschüssige Strom nicht eingespeist wird, sondern direkt zu ihm geht und ihm zur Verfügung steht. Speise ich den Strom ein, zahlt er erstmal schicke Netzentgelte für eine Stromstrecke von ziemlich genau 5 Metern. Das ist natürlich absoluter Unfug. Es lässt auch tief blicken, dass es rechtlich praktisch unmöglich ist, so eine Lösung zu verankern.